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Countdown zum 8. Fachforum Onlineberatung in Nürnberg

In nicht mal mehr zwei Wochen ist es wieder soweit: Zum achten Mal findet an der TH Nürnberg das Fachforum Onlineberatung statt (Termin: 21./22. September). Die Anmeldung ist bereits geschlossen, so dass Kurzentschlossene nur noch per Mail eine Anmeldeanfrage senden können, wie auf dem Blog des Institut für E-Beratung nachzulesen ist.

Für alle die sich interessieren, gibt es aber jetzt schon die Möglichkeit sich interaktiv am Fachforum zu beteiligen. Das Institut für E-Beratung hat ein Pad eingerichtet, auf dem Fragen an die Referenten gestellt werden können und während des Fachforums live vor Ort mitdokumentiert wird, was in den Vorträgen und Diskussionsforen besprochen wird.

Besonders spannend dürfte es im Forum 4 „Finden oder suchen? Ein Wegweiser durch das Dickicht: das zentrale Online-Beratungsregister“ werden. Im Programm ist hierzu zu lesen:

Einer mittlerweile unüberschaubaren Zahl von Online-Beratungsformaten und -methoden entspricht die Vielzahl der Wege zur passenden Beratung. Zwar beginnen alle Wege am eigenen Bildschirm, die Suche nach dem richtigen Berater, der kompetenten Beraterin gestaltet sich jedoch oft kompliziert. Google und Konsorten liefern nicht immer das geeignete Suchergebnis und schlimmstenfalls landen die Beratungssuchenden in den Händen dubioser Anbieter.
Wie müsste ein Portal gestaltet sein, das alle Angebote erfasst und den Klientinnen und Klienten unkompliziert Auskunft gibt? Wie finden/suchen wir Onlineberatungsstellen? Was wissen wir darüber? Welche Vorstellungen für eine „Landkarte“ von Onlineberatungsmöglichkeiten haben wir im Kopf? Wie nehmen Adressaten/innen Onlineberatung wahr? Wer sieht eigentlich wie welches Angebot? Was brauchen Ratsuchende und was brauchen Fachkräfte? Wie kann eine Lösung aussehen?
Nach welchen Kriterien sollte gesucht werden und wie kann ein barrierefreier Zugang aussehen?
In diesem offenen Workshop soll das Modell eines Online-Beratungsregister skizziert und diskutiert werden. In einem partizipativen Prozess werden die Teilnehmenden des Workshops in die Entwicklung dieses Zukunftsprojekts des Instituts für E-Beratung und des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) einbezogen. Wir werden versuchen, Ideen und Lösungsvorschläge gleich an Ort und Stelle in eine technische Lösung umzusetzen. Vielleicht gelingt es, einen ersten visuellen Eindruck eines Registers zu erhalten.“ 

Das Institut hat hierzu ein weiteres Pad eingerichtet, in dem Fragen zur Vorbereitung dieses Forums mit Workshopcharakter formuliert wurden.

Voranmeldung für Hochschulzertifikat Onlineberatung 2016

Vor wenigen Wochen startete ein neuer Durchgang der Weiterbildung zum/r zertifizierten Onlineberater/in am Institut für E-Beratung der TH Nürnberg. Die Weiterbildung, die mit einem Hochschulzertifikat abschließt und eine Anerkennung durch die Deutschsprachige Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung e. V. (DGOB) und somit die Führung des Titels „Onlineberater/in (DGOB)“ ermöglicht, findet nun schon zum dritten Mal in dieser Form statt.

Die 15 Teilnehmer/innen-Plätze waren bereits Ende letzten Jahres ausgebucht, so dass jetzt schon die Planungen und Voranmeldungen für den Kurs ab Frühjahr 2016 laufen. Alle Infos zu der Weiterbildung, die in Form von „Blended Learning“ über einen Zeitraum von knapp sieben Monaten stattfindet können Sie hier abrufen.

Die aktuellen Kursinfos (Termine, externe Referenten etc. ) zum nächsten Durchgang werden voraussichtlich im Sommer über den o. a. Link abrufbar sein.

Nutzen Sie diese Gelegenheit sich in Sachen Onlineberatung weiter zu bilden! Übrigens: Die Weiterbildung eignet sich auch für Personen, die im Bereich Coaching, Supervision, Seelsorge und ähnlichem tätig sind. Erfahrungsgemäß ist die Teilnehmer/innengruppe bunt gemischt, was den Teilnehmenden einen interessanten Erfahrungsaustausch und gute Vernetzungsmöglichkeiten bietet.

 

Nachlese vom 6. Fachforum Onlineberatung in Nürnberg, Teil 1

Am 23. und 24. September fand an der TH Nürnberg das jährliche „Fachforum Onlineberatung“ zu sechsten Mal statt. Als wir vor gut sechs Jahren diese Tagung als relativ kleine Veranstaltung ins Leben gerufen haben, lautete die Marschroute „mal schauen was draus wird“. Dass sich diese Veranstaltung zur größten Tagung zum Thema Onlineberatung entwickeln würde, haben wir uns damals noch nicht ausgemalt.

Ich finde es spannend zu beobachten, was sich in den letzten Jahren getan hat und und wieviel gleichzeitig noch zu tun ist. Es gibt viele tolle Innovationen, sei es technischer (Softwareentwicklungen) oder konzeptionell-methodischer Art. Ich selbst hatte das Vergnügen, ein Forum zum Thema „Blended Counseling“ zu moderieren, inkl. Live-Zuschaltung von Tilman Pritzens aus Berlin, der von seiner Arbeit berichtete. Außerdem gaben vor Ort Wilfried Jahn von der Online-Schuldnerberatung Berlin des Deutschen Caritasverband, Martina Korn von HPE aus Österreich und Petra Schyma von der Onlineberatung von donum vitae e. V. spannende Einblicke in ihre Arbeit. Die vollständige Tagungsdokumentation wird in einigen Tagen zum Download hier bereitstehen.

Blended Counseling“ meint nichts anderes als die systematische Verknüpfung von unterschiedlichen Beratungssettings (Telefon, face-to-face und online). In vielen psychosozialen Beratungseinrichtungen wurde (und wird auch noch) Onlineberatung häufig noch neben der „klassischen“ face-to-face-Beratung  angeboten. Sozusagen als ein Zusatzangebot, das aber abgekoppelt von den anderen Beratungsangeboten stattfindet.

Je mehr sich aber die Onlineberatung in den letzten Jahren zu einem ernstzunehmenden und vor allem gleichwertigen Beratungsformat entwickelt hat, desto mehr beginnen auch die Einrichtungen ihr beraterisches Handeln zu überdenken und die Onlineberatung in die Konzeption zu integrieren. Es entwickelt sich ein Verständnis dafür, dass eine professionell gestaltete Verzahnung von On- und Offline-Beratung für den Beratungsprozess gewinnbringend ist. So können Wartezeiten „online“ überbrückt, niedrigschwellige Einstiege bei schwierigen Problemlagen online beginnen und bei Bedarf face-to-face fortgesetzt oder schlicht und einfach flexiblere Beratungsangebote gestaltet werden.

Für die Beratenden bedeutet dies nichts anderes, als ihre Prozessverantwortung weiter zu denken: Wo liegen mögliche Implikationen für einen Settingwechsel? Wie gestalte ich diesen? Was ist hinsichtlich des Datenschutzes zu beachten?
„Nichts anderes“? Nun ja, es bedarf hier doch tiefergehender Überlegungen und auch einiger konzeptioneller Neustrukturierungen – teils auch über die eigenen Trägergrenzen hinaus, was nach wie vor schwierig ist, da Beratung oft an kommunale Geldtöpfe gebunden ist.

Ganz unabhängig davon bleibt für mich vor allem ein Satz, der im Laufe unserer Diskussion fiel in Erinnerung: „Unsere Klient/innen entscheiden, auf welchem Weg (on/offline) sie unsere Unterstützung in Anspruch nehmen möchten“. Einfach aber wahr.