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Beitrag bei SWR2 Wissen zum Thema Online-Therapie

Und schon wieder ein interessanter Beitrag zum Thema Online-Therapie! Abrufbar unter:

http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/wissen/seelenheilung-online/-/id=660374/did=15744748/nid=660374/1dzxv2j/index.html

Hier wird vor allem der Unterschied zwischen Onlineberatung und Online-Therapie deutlich. Während – wie im face-to-face-Kontakt auch – Beratung oftmals ein zeitlich nicht so eng begrenzter Prozess ist, setzen die Online-Therapieangebote auf Programme mit einer bestimmten Anzahl von Kontakten bzw. einer festgelegten Dauer von Wochen.

Artikel in der WELT online zu einem Selbstversuch in der Online-„Psychoberatung“

Ich weiß zwar nicht, was der Autor des Artikels genau mit „Psychoberatung“ meint, aber scheinbar war er mit dem Ergebnis nicht ganz so zufrieden. Ob der im Artikel angekündigte „Test“ (der dann doch nur auf einen Anbieter zurückgreift) wirklich aussagekräftig ist, muss der/die Leser/in selbst entscheiden…

Hier geht’s zum Artikel vom Michael Wolf „Was taugt die Online-Psychoberatung via Webcam?“

Interview zur Online-Therapie

Es ist erfreulich, dass das Thema „Online-Therapie“ – egal, wie man dazu stehen mag – inzwischen immer mehr Beachtung findet und sich dies auch in der Presse niederschlägt.

In einem Artikel des Münchner Wochenanzeigers online vom 24.08.15 äußert sich Dr. Claus Krüger, Chefarzt Psychosomatik und Psychotherapie in der Kreisklinik Ebersberg, skeptisch zum Thema Online-Therapie. Wohlgleich sieht er auch die Vorteile, die das Netz für Hilfesuchende bieten kann. Das Interview kann hier nachgelesen werden.

Zum Ende es Artikels merkt Dr. Krüger an, dass ihm keinerlei Studien bekannt seien, die den positiven Effekt von Online-Therapien nachweisen würde. Daher sei an dieser Stelle für Interessierte auf die Studie der Uni Zürich aus dem Jahr 2013 hingeweisen (klick hier). Die Studie der Schweizer Forschungsgruppe liefert einen ersten Beleg für die Wirksamkeit von Online-Therapie.

Vorschau auf das 8. Fachforum Onlineberatung

In wenigen Wochen ist es soweit: In Nürnbert findet am 21./22. September zum achten Mal das „Fachforum Onlineberatung“ statt. Die Anmeldung ist noch bis zum 7. September möglich!

In diesem Artikel äußert sich unter anderem der ehemalige Vorsitzende der Psychotherapeutenkammer Hessens, Jürgen Hardt, zum Thema „Online-Therapie. Jürgen Hardt wird als Gast beim Fachforum in einem Abschlussvortrag mit Heinz Thiery, dem ehemaligen Leiter der BKE Onlineberatung und Vorsitzenden der Deutschsprachigen Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung (DGOB), darüber diskutieren, ob und inwieweit Onlineberatung in einem Konkurrenz- und/ oder Kongruenzverhältnis stehen.

Es darf mit Spannung erwartet werden, welche Argumente die beiden Referenten präsentieren werden und welche Antwort(en) auf diese Frage geboten werden.

Das Fachforum Onlineberatung ist die größte Tagung im deutschsprachigen Raum, die sich mit aktuellen Trends und Entwicklungen rund um die Onlineberatung befasst und bietet eine Austausch- und Netzwerk-Plattform für Onlineberater/innen/, -therapeut/innen, -supervisor/innen und -coaches. Sie wird jährlich vom Institut für E-Beratung der TH Nürnberg in Kooperation mit der Deutschsprachigen Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung (DGOB), der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke) sowie der Online-Beratung des Deutschen Caritasverbandes (caritas.de/onlineberatung) ausgerichtet.

Beraten ohne sich gegenüber zu sitzen? Geht das denn!?

Immer wieder wird mir diese Frage gestellt. Seltsamerweise (oder auch nicht?) vor allem von den Beratenden. Für Kund/innen oder Klient/innen scheint es weit weniger fraglich zu sein, dass eine Beratung auch internetgestützt stattfinden kann und man sich nicht zwingend im gemütlichen Beratungszimmerchen gegenübersitzen muss, damit die Beratung auch wirklich gelingen kann.

Auch scheinen die einzelnen beratend tätigen Berufsgruppen hierzu unterschiedliche Haltungen zu haben. Die Skepsis der (Sozial-)Pädagogen und Psychotherapeuten scheint eher darauf bezogen, dass sich aufgrund der Kanalreduktion ja gar nicht richtig einschätzen ließe, wie es dem/der Klient/in wirklich gehe. Ich neige dann zurück zu fragen, ob sie sich denn 100%ig sicher seien, die „richtige“ Einschätzung treffen zu können, wenn ihnen jemand gegenüber sitzt. Sicher richtig ist aber: Es fehlen bei den textbasierten Beratungsformen die visuell wahrnehmbaren Reize, also muss ich als Berater/in lernen, aus dem Text heraus zu Einschätzungen zu kommen. Und was liegt da näher, als noch mehr nachzufragen bei meinem Ratsuchenden? Im besten Fall führt dieses Nachfragen nämlich zu mindestens diesen beiden Effekten:

  • der/die Ratsuchende fühlt sich in seinen/ihren Anliegen sehr ernst genommen („Da macht sich jemand die Mühe, mich wirklich verstehen zu wollen.“)
  • der/die Ratsuchende ist dazu aufgefordert, eine möglichst genaue Beschreibung seiner/ihrer Gedanken, Gefühle etc. schriftlich zu verfassen – es findet eine stärkere (Selbst-)Reflexion statt

Bei den Coaches, die sich ins Netz trauen stelle ich fest, dass Online-Coaching häufig in Form von videogestützten oder in 3-D-Räumen avatarunterstützt stattfindenden Formaten angeboten wird. Warum das so ist, ist mir selbst noch nicht klar. Irgendwer Ideen?

Ich kann nur Vermutungen anstellen: Müssen Coaches visuell wahrgenommen werden (als Avatar oder über die Webcam), weil das Medium „der Coach“ für den Prozess eine wichtige Rolle spielt? Mh, unbefriedigend. Irgendwas muss doch dahinter stecken, dass ich eigentlich fast keine Coaches finden kann, die ihr Beratungsangebot textgebunden zur Verfügung stellen? Jedenfalls scheint bei den Coaches die Skepsis, das Eine oder Andere auch mal „online“ stattfinden zu lassen etwas weniger groß zu sein – vielleicht weil Coaching oft im Businessbereich stattfindet und dort auch Videokonfrenzen und die Zusammenarbeit in virtuellen Teams üblicher ist.

Aber nochmal zurück zur Ausgangsfrage: Geht das? Ja, es geht. (Wäre ja auch schräg einen Blog zu einem Thema zu eröffnen, das gar nicht funktioniert, logo.) Viel interessanter ist hierbei sicherlich die Frage nach der Wirksamkeit dieser Form von Beratung. Hierzu werde ich in Zukunft noch etwas schreiben, möchte an dieser Stelle aber auf ein interessantes Forschungs-Projekt an der Leuphana Universität Lüneburg hinweisen. Dort werden sogenannte „onlinebasierte Internettrainings“ entwickelt, angewendet und evaluiert. Sie können hier ausführlich lesen worum es geht.

Eine Antwort auf die Frage: Und wie genau geht es denn nun? werde ich versuchen in einem meiner nächsten Artikeln hier zu geben. Vielleicht kann mir in der Zwischenzeit jemand die Coachingfrage beantworten?