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Fragwürdige Beratungsanfrage – ein paar Gedanken zu sogenannten „fakes“ in der Onlineberatung

Ich hatte einige sehr spannende Supervisionsaufträge in den letzten Wochen und ich nehme als Supervisorin auch immer etwas mit. Dieses Mal eine neue Beschreibung für Anfragen oder Situationen in der Onlineberatung bei denen der Eindruck entsteht, dass das Geschriebene nicht der „Wahrheit“ entspricht.

Häufig höre ich dann in diesem Zusammengang den Begriff „fake“, den ich selbst nicht passend finde, da ein „fake“ in meinem Verständnis eine ganz bewusste Täuschung ist, die im Kern auch etwas bösartiges hat oder zumindest auf Kosten anderer Beteiligter stattfindet,

Eine Teilnehmer*in in der Supervision brachte die Beschreibung einer „fragwürdigen Anfrage“ ein und um diese Beschreibung sind wir länger gekreist.
Ich finde sie treffend, weil sie einen Moment beschreibt, in dem ich eine Anfrage als besonders würdig zu be- und hinterfragen empfinde. Dies ist übrigens auch die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „fragwürdig“: Etwas lädt zu einer Frage ein. Und wenn man bei dieser Ursprungsbedeutung bleibt, bietet sie eine ganz neue Perspektive auf das Geschriebene.

Es geht also nicht um negative Zuschreibungen und Bewertungen („Da will mich doch jemand verarschen“) dessen, was mir die Ratsuchende Person geschrieben hat, sondern vielmehr darum, dass ich meine Resonanz auf das Geschriebene ganz besonders würdige und be-/hinterfrage.

Das wird eine feste Beschreibung für mich – bis jemand eine bessere bringt!