Archiv der Kategorie: Zukunft der Beratung

Artikel zur Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung

Vor wenigen Tagen ist ein Beitrag von Prof. Richard Reindl (Akademischer Leiter des Instituts für E-Beratung) im e-beratungsjournal erschienen. Prof. Reindl bietet in dem Artikel mit dem Titel „Zum Stand der Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung“ einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen, den aktuellen Stand und künftige Entwicklungsaufgaben der Onlineberatung.

 

DGSF Fachtag zum 20jährigen RIFS Jubiläum in Köln am 14.09.2018

Das Rheinische Institut für Familien- und Systemtherapie feiert am 14. September 2018 sein 20. Jubiläum mit einem Fachtag zum Thema „Aussichten – systemische Beratung und Therapie von morgen“

„Was sind die Aussichten? Unter welchen Bedingungen werden Systemiker arbeiten, was sind die Herausforderungen, die in Beratung und Therapie zunehmend Raum einnehmen, und wie bedeutsam ist ein Innehalten und die Rückschau, um die Zukunft in Zeiten gesellschaftlichen Wandels gestalten zu können?“ (Quelle: http://www.rifs.de/jubilaeum.html)

Ich freue mich über die Einladung,  eine der drei Keynotes zu halten. Mein Vortragsthema:  „Zukunft der Beratung – Was die Mediatisierung für Berater*innen/Therapeut*innen bedeutet“. 

Hier geht es zum ganzen Programm und der Anmeldemöglichkeit

 

Fachtag „Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft“ der EKFuL am 5. Juni 2018

Am 5. Juni 2018 veranstaltet die Evangelische Konferenz für Familien- und Lebenberatung einen Fachtag zum Thema „Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft“ in Frankfurt am Main.

Das Programm bietet einen breiten Überblick über den digitalen Transformationsprozess, dem auch die Beratung unterliegt. Programm und Anmeldemöglichkeiten

 

Qualitätsstandards für Online-Interventionen der Föderation der Schweizer Psychologen (FSP) veröffentlicht

Die Föderation der Schweizer Psychologen (FSP) hat bereits vor einigen Jahren zum Thema Onlineberatung Standards erarbeitet. Nun liegt eine Aufschlüsselung nach unterschiedlichen Kriterien (wie Transparenz, Grenzen und Indikationen, Vertraulichkeit und Datenschutz) für Fachpersonen in der Psychotherapie sowie für Fachpersonen in der Beratung vor.

Lesenswert! Hier geht es zum Portal mit allen Infos: https://www.psychologie.ch/politik-recht/berufspolitische-projekte/onlineinterventionen/

17. Wissenschaftliche Jahrestagung der DGSF – Fachgruppentreffen in München

Morgen geht’s nach München. Die DGSF veranstaltet zum 17. Mal ihre wissenschaftliche Jahrestagung und ein fester Programmpunkt ist das Treffen der Fachgruppen am Donnerstagabend.

Die Fachgruppe „Onlineberatung und Medien“ trifft sich zum Thema:

Systemische Kompetenzen 2020: Ankommen in der Mediengesellschaft

Beratung und Therapie erfolgen immer häufiger medial, sei es als Onlineberatung oder parallel zur Face-to-Face-Beratung. In den DGSF-Ethikrichtlinien heißt es dazu: „Bei der medial vermittelten Form der Beratung bedarf es dabei der Aneignung grundlegender Kompetenzen in Bezug auf das genutzte Beratungsmedium sowie einer medienspezifischen fachlichen Auseinandersetzung und Reflexion dieser Beratungsprozesse.“ Wie das bei zunehmender Digitalisierung auch tatsächlich umgesetzt werden kann, gilt es zu diskutieren. Ob das in den DGSF-Weiterbildungsrichtlinien konkretisiert und in Aus- und Weiterbildungen inhaltlich und didaktisch aufgegriffen werden sollte, gilt es zu klären.

Joachim Wenzel & ich laden herzlich hierzu ein!

BMFSFJ und Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege schließen Vereinbarung zum Thema „Digitalisierung des Sozialen Sektors“

In einer gemeinsamen Absichtserklärung haben das BMFSFJ und die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege eine verstärkte Zusammenarbeit in Hinblick auf die digitale Transformation des Sozialen Sektors vereinbart.

Auch das Thema Beratung und Therapie findet darin Beachtung. Konkret heißt es in der am 7.9.17 unterzeichneten Erklärung:

Beratung und Therapie: Ziel ist es,die erfolgreichen Angebote der online-Beratung auszubauen und konzeptionell weiterzuentwickeln. Grund sind die hohe Nachfrage und die sich verändernden Anforderungen an digitale Beratungsformate. Ihre strukturelle Vernetzung erfordert neue Formen der Zusammenarbeit unter Einbindung von Peer-to-Peer-Beratung. Hierzu gehört auch die Entwicklung neuer, digital basierter und begleiteter Betreuungs- und Begleitungskonzepte.“

(Update Quelle: https://www.awo.org/sites/default/files/2017-09/170907_strateg_Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ.pdf)

 

 

DGSF und DGOB veröffentlichen gemeinsame Stellungnahme zur Vertraulichkeit von Onlineberatung

In einer gestern veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme äußern sich die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) und die Deutschsprachige Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung (DGOB) zur Notwendigkeit eines umfassenden Gesamtkonzepts zum Berufsgeheimnisschutz in einer Digitalisierten Gesellschaft und Beratungslandschaft.

Die Stellungnahme kann hier abgerufen werden: https://www.dgsf.org/themen/stellungnahmen-1/vertraulichkeit-onlineberatung

 

5. Berliner B-Tag zum Thema „Digitalisiert! Chancen und Herausforderungen für die Beratung zu Bildung und Beruf“

Anfang Juli findet zum 5. Mal der sogenannte „B-Tag“ ein Weiterbildungstag für die Berliner Bildungsberater*innen in Berlin statt. Dieses Jahr wird das Thema „Digitalisierung“ im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen. So wird es darum gehen in einem fachlichen Austausch miteinander die künftigen Herausforderungen für die Bildungsberatung zu diskutieren.

Ich werde in einem der beiden Workshops am Nachmittag das Thema „Blended Counseling – Beratungsform der Zukunft!?“ vorstellen und bin gespannt auf die Diskussion mit den Fachleuten aus der Bildungsberatung, die auch ihre bisherigen Erfahrungen mit einbringen können.

Die Zeitschrift „Bildungsberatung im Fokus“ aus Österreich, hat sich Anfang 2016 mit dem Thema „Bildungsberatung digital“ beschäftigt und bietet ein paar interessante Artikel, teils auch mit Erfahrungsberichten hierzu. Die Ausgabe kann hier kostenlos heruntergeladen werden.

Programm für das 10. Fachforum Onlineberatung steht!

Im September ist es soweit – zum 10. Mal findet das „Fachforum Onlineberatung“ in Nürnberg statt. Am 18./19.09.2017 treffen sich Fachkräfte und Expert*innen zum Austausch rund um das Thema Onlineberatung und -therapie. In Vorträgen und Workshops werden aktuelle Themen, Methodisches und Zukunfts-Perspektiven diskutiert und präsentiert.

Nun ist auch endlich das Programm online und es besteht ab sofort die Möglichkeit, sich anzumelden!

Alle Informationen zum Programm, den Referent*innen und Workshops können Sie hier einsehen: Fachforum Onlineberatung

Lohnt sich ein Onlineberatungsangebot für mich? 5 Tipps zur Selbstprüfung

Viele Berater*innen, Coaches oder Supervisor*innen bieten Ihre Dienstleistung auch „online“ an. Oft bedeutet dies zunächst einmal, dass der/die Anbieter*in eine eigene Website hat, auf der es eine Kontaktmöglichkeit per Mail gibt oder ein Kontaktformular, das dazu einlädt eine Nachricht zu senden. Das Netz zu nutzen, um für sich und sein Angebot zu werben gehört für beratend Tätige seit vielen Jahren zum täglichen Geschäft.

Im Gespräch mit Berater*innen, Coaches, Supervior*innen stelle ich häufig fest, dass sie auf meine Frage, ob sie denn auch ein Onlineberatungsangebot haben zunächst mit „Nein“ antworten. Wenn ich dann aber weiter frage, ob sie denn so gar keinen Kontakt per Mail mit ihren Kund*innen haben, stellt sich heraus, dass natürlich sehr wohl so einiges per Mail abgewickelt wird: Von Terminvereinbarungen über Angebotserstellungen bis hin zur Klärung von Erstanliegen ist alles dabei. Einige berichten dann auch noch davon, dass sie mit ihren Klient*innen online in Kontakt bleiben, wenn diese zum Beispiel auf Dienst- oder Auslandsreisen sind.

Steckt hinter diesem „Nein“ also mangelndes Bewusstsein für das, was man tut? Oder ist es eine Art Understatement, weil das ja „keine richtige Beratung/kein richtiges Coaching“ ist?

Ich möchte die vielen beratend Tätigen, die inzwischen auch online arbeiten, dies aber nicht offensiv so benennen bzw. bewerben, dazu ermutigen, ihr Angebot noch einmal bewusst zu prüfen und das Potential der Nutzung weiterer Kommunikationskanäle für ihre Arbeit zu nutzen.

Folgende fünf Fragen können dabei helfen zu prüfen, ob es sich lohnen würde, ein eigenes Onlineberatungsangebot zu starten:

1. Nehmen meine Kund*innen bislang vorwiegend „online“ Kontakt zu mir auf?
Wenn Sie bislang Anfragen für ein Beratungsgespräch/ein Coaching/eine Supervision meistens per Mail bekommen findet man Sie scheinbar gut im Netz. Ihre Web-Präsenz spricht ihre potentiellen Kund*innen an und lädt sie dazu ein, sich bei Ihnen schriftlich zu melden.

2. Bediene ich eine Zielgruppe die internetaffin ist?
Überlegen Sie mal, wen Sie beraten bzw. wer Ihre Kund*innen sind. Haben Sie es häufig mit Personen zu tun, die beruflich bedingt viel online kommunizieren? Gibt es Personen, die von sich sagen, dass sie gerne schreiben? Wird vor, nach oder gar während einer Sitzung das Smartphone gezückt? Prüfen Sie einmal, wie internetaffin Ihre Kundschaft ist.

3. Wie internetaffin bin ich?
Natürlich kommt es auch darauf an, ob Sie selbst gerne das Netz nutzen, um zu kommunizieren, sich zu informieren und Gedanken und Ideen zu teilen. Vielleicht lesen Sie regelmäßig bestimmte Blogs oder Foren. Kommentieren Sie dort auch und werden sichtbar? Eine gute Voraussetzung, um potentielle Kund*innen auf Sie aufmerksam zu machen oder interessante berufliche (Online-)Netzwerke zu gründen!

4. Wie könnte ich Beratungsprozesse neu strukturieren?
Hier kommt das Thema „Blended Counseling“ ins Spiel. Der Einsatz unterschiedlicher Medien – ob analog (mit Systembrett oder Flipchart in der Praxis) oder digital (per Onlineberatung) – ermöglicht Ihnen Beratungsprozesse neu zu gestalten. Hierbei geht es vor allem um die Frage: Was ist nützlich für meine Kundschaft und den Prozess? Durch den Wechsel medial unterstützter unterschiedlicher Beratungssettings kann nicht nur neuer „Schwung“ in den Beratungsprozess kommen, es ermöglicht Ihnen auch Ihre Zeit neu (und effektiver) zu organisieren und zu planen.

5. Bin ich bereit zu investieren?
Natürlich kostet das Ganze auch etwas. Zunächst einmal Zeit, um Konzepte zu entwickeln, sich fortzubilden und Marketing zu betreiben. Denn ganz von allein werden Sie dann doch nicht gefunden. Und Sie brauchen eine vernünftige Software, denn eine Beratung über gängige Mailprogramme oder Tools wie Skype bringt Sie rechtlich in Schwierigkeiten, wenn Sie zu den Berufsgruppen gehören, die sich an die Verschwiegenheitspflicht (§203 StGB) halten müssen.  Es macht aber auch deshalb Sinn in eine spezielle Onlineberatungssoftware zu investieren, weil sie in der Regel komfortabler zu bedienen ist.

Ein Onlineberatungsangebot lohnt sich also nicht in erster Linie, um damit viel Geld zu verdienen. Es kann Ihnen aber neue Zielgruppen erschließen, den vorhandenen Kund*innen eine willkommene Ergänzung/Alternative sein und Sie auf dem Markt interessant(er) machen, da Sie ein zusätzliches und nachgefragtes Angebot schaffen.