Archiv der Kategorie: Onlineberatung

Über die ständige Erreichbarkeit der Onlineberater*innen

Heute früh habe ich mit 11 Onlineberater*innen über das Thema „Blended Counseling“ diskutiert und wir landeten an vielen spannenden Punkten, die mich jetzt noch beschäftigen. Ein Thema war die Frage, ob Onlineberater*innen denn nun ständig erreichbar sein müssten, da die Klient*innen ja schließlich dauernd online und mit dem Netz verbunden sind. Natürlich lautet die Antwort erstmal „nein“, denn selbst wenn wir das – aus welchen Gründen auch immer – wollen würden, wäre es nicht möglich. Die Strukturen und Arbeitsbedingungen von Berater*innen in psychosozialen Arbeitsfelder lassen dies gar nicht zu und nicht zuletzt geht es natürlich auch um das Thema Psychohygiene und einen gesunden Abstand von Klient*innen und Beratungsgeschehen.

Dennoch weist auch Sabine Depew richtigerweise darauf hin: „Wer ständig online ist, erwartet schnelle Antworten, Tipps und sofortige Hilfe. Darauf müssen wir reagieren, wenn wir nah bei den Menschen bleiben wollen“

Wir werden es in den nächsten Jahren zunehmend mit einer Klientel zu tun bekommen, die mit dem Internet und seinen Kommunikationsmedien sozialisiert wurden und deren Kommunikationsverhalten stark durch Onlinemedien geprägt ist. Dies wird auch eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie diese Zielgruppe Beratungsangebote wahrnimmt und nutzt unvermeidbar machen. Widerstände, die Berater*innen wahrnehmen, wenn sie sich mit einer „Beratung4.0“ beschäftigen (müssen), sollen ernstgenommen werden und dennoch werden wir Beratung künftig auch neu denken müssen. Neue Konzeptionen, Haltungen, Methoden und Angebote werden sich entwickeln müssen, damit die Soziale Arbeit auch künftig noch ihrem Leitgedanken „Die Menschen da abholen, wo sie stehen“ gerecht werden kann.

Das bedeutet zwar nicht ständig online und ständig erreichbar zu sein – es wird aber bedeuten, sich den Auswirkungen der Digitalisierung nicht zu verschließen und aktiv an der Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit/Beratung mitzuwirken. Der Transformationsprozess ist bereits in vollem Gange…

Artikel zur Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung

Vor wenigen Tagen ist ein Beitrag von Prof. Richard Reindl (Akademischer Leiter des Instituts für E-Beratung) im e-beratungsjournal erschienen. Prof. Reindl bietet in dem Artikel mit dem Titel „Zum Stand der Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung“ einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen, den aktuellen Stand und künftige Entwicklungsaufgaben der Onlineberatung.

 

Fachtag „Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft“ der EKFuL am 5. Juni 2018

Am 5. Juni 2018 veranstaltet die Evangelische Konferenz für Familien- und Lebenberatung einen Fachtag zum Thema „Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft“ in Frankfurt am Main.

Das Programm bietet einen breiten Überblick über den digitalen Transformationsprozess, dem auch die Beratung unterliegt. Programm und Anmeldemöglichkeiten

 

Neues Onlineberatungsangebot für pflegende Jugendliche

Vor wenigen Tagen startete das erste Onlineberatungsangebot für Jugendliche mit Pflegeverantwortung. Ein wie ich finde ganz wichtiges Angebot, da die Zahl junger Menschen, die einen Familienangehörigen pflegen oder bei der Pflege unterstützend tätig sind, nicht unerheblich groß ist.

Unter der URL www.echt-unersetzlich.de kann das Angebot der Berliner Beratungsstelle Pflege in Not rund um die Uhr genutzt werden.

Was mir ganz besonders daran gefällt – die Betreiber des Angebots haben ihr Konzept ins Netz gestellt. Soviel Transparenz gibt es bei Onlineberatungsangeboten leider noch viel zu selten!

Ich wünsche dem neuen Projekt viel Erfolg – es würde sicherlich auch über Berlins (online-) Grenzen hinweg gebraucht!

BMFSFJ und Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege schließen Vereinbarung zum Thema „Digitalisierung des Sozialen Sektors“

In einer gemeinsamen Absichtserklärung haben das BMFSFJ und die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege eine verstärkte Zusammenarbeit in Hinblick auf die digitale Transformation des Sozialen Sektors vereinbart.

Auch das Thema Beratung und Therapie findet darin Beachtung. Konkret heißt es in der am 7.9.17 unterzeichneten Erklärung:

Beratung und Therapie: Ziel ist es,die erfolgreichen Angebote der online-Beratung auszubauen und konzeptionell weiterzuentwickeln. Grund sind die hohe Nachfrage und die sich verändernden Anforderungen an digitale Beratungsformate. Ihre strukturelle Vernetzung erfordert neue Formen der Zusammenarbeit unter Einbindung von Peer-to-Peer-Beratung. Hierzu gehört auch die Entwicklung neuer, digital basierter und begleiteter Betreuungs- und Begleitungskonzepte.“

(Update Quelle: https://www.awo.org/sites/default/files/2017-09/170907_strateg_Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ.pdf)

 

 

DGSF und DGOB veröffentlichen gemeinsame Stellungnahme zur Vertraulichkeit von Onlineberatung

In einer gestern veröffentlichten gemeinsamen Stellungnahme äußern sich die Deutsche Gesellschaft für Systemische Therapie, Beratung und Familientherapie (DGSF) und die Deutschsprachige Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung (DGOB) zur Notwendigkeit eines umfassenden Gesamtkonzepts zum Berufsgeheimnisschutz in einer Digitalisierten Gesellschaft und Beratungslandschaft.

Die Stellungnahme kann hier abgerufen werden: https://www.dgsf.org/themen/stellungnahmen-1/vertraulichkeit-onlineberatung

 

Start des Modellprojekts „Online-Support für pflegende Angehörige“ (OSpA)

Heute ist nach vielen Stunden der Vorbereitung, Konzeption, diversen Besprechungen, Schulungen, Workshops und softwaretechnischer Konzeptionsarbeit endlich unser Onlineberatung-Modellprojekt „Online-Support für pflegende Angehörige“ kurz „OSpA“ online gegangen.

Das Beratungsangebot richtet sich an Personen, die ihre Angehörigen pflegen – der Schwerpunkt liegt hierbei bei Menschen die an Demenz erkrankt sind. Dass diese Form der Pflege nicht nur physisch, sondern vor allem auch psychisch anstrengend ist, liegt auf der Hand. Ebenso die Tatsache, dass Menschen, die Zuhause ihre Angehörigen oftmals rund um die Uhr pflegen, in der Regel nur selten Zeit finden, eine Beratungsstelle vor Ort aufzusuchen.

Dort möchte das Beratungsportal ansetzen – und das mit einer speziellen Perspektive der Beratenden: Neben Fachkräften aus den kooperierenden Beratungsstellen wird die Beratung und Unterstützung vor allem von den ehrenamtlich tätigen Peer-Berater*innen absolviert. Sie beraten vor dem Hintergrund ihrer persönlichen Erfahrungen mit der Pflege von Angehörigen und bringen so eine ganz besondere Kompetenz ein.

Die Ehrenamtlichen wurden für diese Aufgabe vom Institut für E-Beratung in Onlineberatung qualifiziert und erhalten während der Projektphase fachliche Begleitung durch die Fachkräfte der Beratungsstellen sowie vom Institut für E-Beratung Unterstützung in Sachen Onlineberatungskompetenz.

Zur Webseite des Portals www.fuer-pflegende-Angehoerige.de 

Gefördert wird das Projekt, das mit einer Evaluation des Portals abschließen wird vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege.

Workshop zur Onlineberatung für Freiberufler und Selbständige am 5. Mai in Nürnberg

Wenn Sie überlegen, sich mit dem Thema „Onlineberatung“ als freiberuflich tätige/r Coach, Supervisor*in oder Berater*in zu beschäftigen, sind Sie herzlich nach Nürnberg eingeladen. Am 5. Mai biete ich einen Workshop zum Thema Onlineberatung für Freiberufler und Selbständige – Von der Idee zum Konzept an.

Hier die Ausschreibung – weitere Infos & die Anmeldemöglichkeit finden Sie auf der Seite des Instituts für E-Beratung:

Als freiberuflich oder selbständig tätige/r Berater/in ein Onlineberatungsangebot bereit zu stellen bedarf unterschiedlicher Vorbereitungsschritte. Zu Beginn müssen konzeptionelle Fragen geklärt werden: Wer soll von dem Onlineberatungsangebot profitieren? Soll das Angebot ausschließlich online stattfinden oder als „blended counseling“-Format angeboten werden? Welche Tools sollen in der Onlineberatung zum Einsatz kommen? Und welche Software ist hierfür geeignet?

Im nächsten Schritt geht es darum, wie Kund/innen gewonnen werden können und wie die Vermarktung des eigenen Onlineberatungsangebots gelingen kann. Es müssen Preise für die Onlineberatungsleistung kalkuliert und kommuniziert werden.

Und nicht zuletzt muss das eigene Qualitätsmanagment organisiert werden. Hierzu gehört die eigene Ausbildung aber auch eine regelmäßige Kontroll-Supervision und/oder die Vernetzung in Online-Intervisionsgruppen.

Die Teilnehmenden dieses Workshops erarbeiten anhand einer Mischung aus informativen Inputs und Checklisten ein erstes Konzept für ihr eigenes Onlineberatungsangebot. Sie lernen unterschiedliche Varianten der Umsetzung eines solchen Angebots kennen und haben die Möglichkeit zum Austausch mit den anderen Workshopteilnehmer/innen.

Inhalte (stichpunktartig):

  • Konzeption und Umsetzung des eigenen Onlineberatungsangebots
  • Technische und organisatorische Voraussetzungen
  • Marketing und Pricing
  • Qualitätsmanagement
  • Vernetzung und Austausch

(Quelle: https://www.e-beratungsinstitut.de/fort-und-weiterbildung/onlineberatung-fuer-freiberufler-und-selbstaendige-von-der-idee-zum-konzept/)

Hier geht’s zur Anmeldung!

Teilnehmer*innen für Online-Intervisionsgruppe gesucht!

Ich habe in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Online-Intervisionsgruppen mit Kolleginnen und Kollegen aus der Onlineberatung zusammengearbeitet und viele gute Erfahrungen mit diesem Format gemacht.

Da ich in der letzten Zeit immer mal wieder Anfragen hierzu bekommen habe, möchte auf diesem Wege eine neue Initiative starten und interessierte Kolleg*innen aus der Onlineberatung/Online-Supervision/Online-Coaching einladen, eine Online-Intervisionsgruppe zu gründen.

Voraussetzungen:

  • eigene Onlineberatungs-Praxiserfahrungen
  • Interesse sich mit anderen Kolleg*innen auszutauschen
  • Freude an Onlinekommunikation
  • Offenheit, sich auf neue Intervisionsformen einzulassen

Die Online-Intervision würde auf meiner Onlineberatungsplattform (datensicher und verschlüsselt) stattfinden. Die genauen Absprachen würden wir nach der Gründung der Intervisionsgruppe treffen.

Wer Interesse hat schreibt mir bitte eine Nachricht!

 

 

 

Neuer Artikel, neues Projekt, neuer Weiterbildungsdurchgang…

Dieses Jahr war zugegebenermaßen ein etwas blogfaules Jahr. Drum gibt es jetzt auch wieder etwas komprimierte News in einem Beitrag.

Wer für die Feiertage noch etwas zum Lesen sucht: Die neue Ausgabe der „Resonanzen“ dem E-Journal für biopsychosoziale Dialoge in Psychotherapie, Beratung und Supervision beschäftigt sich mit dem Thema „Neue Medien – Neue Wege in Psychotherapie, Beratung und Supervision„. Für diese Ausgabe habe ich gemeinsam mit Prof. Richard Reindl einen Artikel zum Thema „Blended Counseling – Beratungsform der Zukunft“ beintragen dürfen. Der Artikel ist, mit anderen spannenden Beirtägen zum Thema, online kostenlos abruf- und lesbar.

Nachdem wir lange für das Projekt gekämpft haben, gibt es nun endlich eine Förderung vom Bayrischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege! Am Institut für E-Beratung beschäftigen wir uns die nächsten gut anderthalb Jahre mit der Konzeption und Entwicklung eines Onlineberatungsportals für pflegende Angehörige. Online-Support für pflegende Angehörige (OSpA) verbindet professionelle Unterstützung mit ehrenamtlichem Engagement.

Ministerin Humml äußert sich zu dem Projekt hier
Eine ausführliche Projektbeschreibung und die Möglichkeit die Entwicklung des Projekts mitzuverfolgen gibt es hier

2017 startet ein neues Fort- und Weiterbildungsjahr! Es gibt nur noch zwei (!!) freie Plätze im nächsten Durchgang des „Hochschulzertifikats Onlineberatung“. Alle Infos und Anmeldung zu der Weiterbildung zum Onlineberater/zur Onlineberaterin, die mit einem Zertifikat der Technischen Hochschule Nürnberg – Georg Simon Ohm abschließt, gibt es hier

Allen Leser*innen wünsche ich ein gesegnetes Weihnachtsfest und einen guten Start in ein gesundes und zufriedenes Jahr 2017!