Archiv der Kategorie: Onlineberatung

Nachlese vom 11. Fachforum Onlineberatung

Gestern endete das 11. Fachforum Onlineberatung und in diesem Jahr blicken wir auf die bislang größte Tagung zur Onlineberatung in Nürnberg zurück. Mehr als 200 Teilnehmer*innen als ganz Deutschland, Österreich, der Schweiz und Dänemark haben an zwei Tagen in Vorträgen und Workshops rund um das Thema „Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung“ Neues erfahren, diskutiert und Impulse gesetzt.

Der Eröffnungsvortrag von Prof.’in Nadia Kutscher von der Universität zu Köln führte in „Befunde und Entwicklungen“ zur Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung ein. Wissenschaftlich fundiert, anschaulich und nachdrücklich lieferte Nadia Kutscher einen Überblick über wichtige Entwicklungen, Auswirkungen von Big Data und wies auf wichtige datenschutzrechtliche aber auch ethische Fragestellungen für Onlineberater*innen aber auch in der Sozialen Arbeit Tätige ganz allgemein hin. Wie gehen wir künftig zum Beispiel mit der Möglichkeit um, dass wir über unsere Klient*innen weitaus mehr Informationen erhalten können, indem wir eine Netzrecherche durchführen? Und was bedeutet es für Berater*innen und ihre Klient*innen, wenn über ungeschützte digitale Kommunikationswege vertrauliche Inhalte ausgetauscht werden? In diesem Zusammenhang sei auch noch einmal auf den wirklich sehenswerten Beitrag der Sendung Quarks und Co. zum Thema „Die Macht der Daten“ hingewiesen, den auch Nadia Kutscher in ihrem Vortrag nachdrücklich empfohlen hat.

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Foto einer Folie aus dem Vortrag von Nadia Kutscher zum Thema Big Data und seine Folgen.

Sehr eindrücklich appellierte Nadia Kutscher außerdem dafür, dass sich Onlineberater*innen als Pionier*innen der und Expert*innen für Digitalisierung in den aktuellen Diskurs einbringen sollen!

Im Anschluss wurde in sechs unterschiedlichen Workshops zu Themen wie DSGVO, Traumatherapeutische Interventionen und Cross-medialer Beratung diskutiert und informiert. Die Dokumentation der gesamten Tagung und damit auch der Workshops, werden wir in den nächsten Wochen auf www.fachforum-onlineberatung.de zum Download zur Verfügung stellen, soweit uns die Referent*innen ihre Unterlagen zur Verfügung stellen.

Ich habe einen Workshop zum Thema ‚gute‘ E-Mailberatung angeboten, in dem sich erfahrene Onlineberater*innen und Neulinge mit verschiedenen Methoden und Technik vertraut gemacht haben. Deutlich wurde: Einen Text mit unterschiedlichen Lesarten zu bearbeiten, wie es Alex Brunner in seinem Artikel zum „Digitalen Lesen und Schreiben“ in der Onlineberatung beschreibt, eröffnet Berater*innen neue Zugänge zur Mailberatung.

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Foto einer Pinnwand mit Kartensammlung der Teilnehmer*innen zur Frage welche Methoden der Mailberatung sie bereits kennen und anwenden.

In den Pausen gab es genügend (?) Zeit zum Austauschen und Netzwerken. Neben Ausstellungen von Onlineberatungsanbieter*innen, Softwareanbietern und einem Büchertisch, der aktuelle Literatur zur Onlineberatung bereit hielt, gab es einen ThinkTank, in dem die Teilnehmer*innen interaktiv ihre Erfahrungen mit Onlineberatungssoftware (mit)teilen konnten. Die Ergebnisse werden wir ebenfalls in Kürze online stellen.

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Foto von zwei Tafeln mit Fragen zum Ist-Zustand der Softwarenutzung und Sammlung von künftigen Wünschen an die Onlineberatungssoftware.

Den Abschlussvortrag hielt Jona Höldere aus Berlin, der sich mit der Frage beschäftigte, wie wir neue Zielgruppen in der Onlineberatung erreichen können. Hölderle machte darauf aufmerksam, dass die Onlineberatung oftmals nur von Menschen genutzt wird, die ohnehin in der Lage sind, sich nach Hilfsmöglichkeiten im Netz umzusehen und dann gezielt nach diesen nutzen (s. auch Joachim Wenzel 2013). Ein viel größerer Teil, der aber eigentlich dringend die Hilfe benötigen würde, findet die Angebote gar nicht erst, da die Suchkriterien der Nutzer*innen ganz andere sind, als die gebotenen Andockpunkte der Onlineberatungsanbieter.

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Foto einer Folie aus dem Vortrag von Jona Hölderle zum Thema Conversion-Trichter.

Deutlich wurde, dass die Soziale Arbeit/Beratung sich intensiver mit der Frage beschäftigen muss, wie bedürftige Zielgruppen besser erreicht werden können. Ein paar Anhaltspunkte lieferte Hölderle in seinem Vortrag – gleichwohl wird vor allem die Ressourcenfrage für Einrichtungen der Sozialen Arbeit hierbei eine wesentliche Rolle spielen.

Drumherum: Während des Fachforums wurde auch ein bisschen getwittert – unter dem Hashtag #ffob18 🙂

Das nächste Fachforum Onlineberatung findet am 16./17. September 2019 in Nürnberg statt.

Ich habe ein Buch geschrieben…

…und das erscheint in der kommenden Woche, am 10. September 2018.

Worum gehts? Das dürfte vermutlich wenig überraschen, denn es ist natürlich das Thema „Onlineberatung“. Es handelt sich um ein Lehrbuch, dass neben den theoretischen Hintergründen, die man als Onlineberater*in kennen sollte, vor allem eine sehr praxisnahe Einführung in die Onlineberatung ermöglicht.

Ein Buch zu schreiben, war eine ganz besondere Erfahrung und hat mir einerseits viel Spaß gemacht, mich andererseits in den letzten Monaten zeitlich aber auch enorm gefordert. Ich bin dankbar für die vielen Unterstützer*innen, die dazu beigetragen haben, dass das Ganze in einem überschaubaren Rahmen fertiggestellt werden konnte und hatte eine wirklich gute Unterstützung durch meine Verlags-Lektorin.

Ich hoffe, mit dem Buch auch einen Beitrag zur Digitalisierung der Sozialen Arbeit zu leisten und freue mich, dass mein Verlag, Vandenhoeck & Ruprecht, Onlineberatung als ein wichtiges Kernthema für die Soziale Arbeit und die Zukunft der Beratung ansieht.

Wo liegen Chancen und Grenzen von Onlineberatung? Wie gelingt eine professionelle Beziehungsgestaltung zwischen Fachkraft und Klient*in der digitalen Beratung? Was sind die Besonderheiten von Online-Kommunikation?

Der Einsatz digitaler Medien und Kommunikation spielt im Bereich der psychosozialen Beratung eine immer wichtigere Rolle. Dieses Lehrbuch vermittelt (angehenden) Fachkräften im Kontext von Beratung, Coaching und Supervision praktisches Handlungswissen zur Onlineberatung. Neben theoretischen Grundlagen veranschaulicht Emily Engelhardt anhand von praktischen Beispielen und Übungen, wie Onlineberatung konkret umgesetzt wird. Die Leser*innen lernen die unterschiedlichen Tools der textbasierten Onlineberatung (Mail-, Chat- und Forenberatung) sowie neuere Entwicklungen wie Video- und Messengerberatung kennen und setzen sich mit den Besonderheiten der Onlinekommunikation auseinander. Neben den Einsatzmöglichkeiten und -feldern von Onlineberatung werden rechtliche, technische und organisatorische Aspekte beleuchtet.

(Klappentext, Lehrbuch Onlineberatung, 2018)

Das „Lehrbuch Onlineberatung“ erscheint am 10. September 2018 bei Vandenhoeck & Ruprecht und kann direkt bei Verlag, den üblichen Online-Buchhändlern und natürlich in der Buchhandlung des Vertrauens erworben werden.

HAW Hamburg sucht Studienberater*in mit Schwerpunkt digitale Beratungsformate

An der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg gibt es eine interessante Stelle für Studienberater*innen, die einen Schwerpunkt im Bereich digitale Beratungsformate suchen. Hier die Ausschreibung: Studienberater_in mit Schwerpunkt Digitale Beratungsformate Bewerbungsfrist 14.09.2018

Podcasts für die Beratung?

Gestern las ich bei der Vorbereitung eines Workshops einen Beitrag der Bitkom, in dem beschrieben wurde, dass 22% der Deutschen regelmäßig Podcasts hören.

Da mich schon länger die Frage beschäftigt, wie sich Podcast auch in der psychosozialen Beratung einsetzen lassen, habe ich mal in die Twitterrunde gefragt, wer da etwas kennt. Das Ergebnis war überraschend für mich, denn es entspann sich eine kleine aber feine Diskussion, ob Podcasts in der Beratung überhaupt gehen und wenn ja, ob es dann überhaupt noch Podcasts sind.

Aber zurück zum Anfang: Podcasts, wer es noch nicht weiß, sind Audio- oder Videodateien, die man sich aus dem Netz herunterladen und anhören kann. Es geht also zunächst einmal um das Zuhören und dann ggf. reagieren in Form von Kommentaren auf einem dazugehörigen Blog o. ä.

Wenn jeder Fünfte Deutsche gerne Podcasts hört, ist für mich die Frage naheliegend, ob dies auch ein Format ist, mit dem Beratung angeboten werden kann. Denn scheinbar gibt es Leute, die sich lieber etwas anhören, als es z. B. zu lesen (wie es bei der Mailberatung der Fall wäre).

Und hier entwickelte sich die Diskussion gestern auf Twitter ganz interessant weiter: Es wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass sich Podcast ja an eine größere Zuhörerschaft wenden und für die Beratung deswegen auch weniger geeignet wären, da sie sich nicht mit den individuellen Fragstellungen einer ratsuchenden Person beschäftigen würden. Dem stimme ich zu, frage aber gleichzeitig nach, inwiefern denn nicht auch Podcasts individualisiert angeboten werden können. Und hierbei lernte ich: Dann sind es eigentlich keine Podcasts, sondern wir müssten das Ganze Audioberatung nennen.

Die Frage, ob auch für eine größere Zuhörerschaft ein Beratungspodcast angeboten werden kann ist insofern interessant, als das Onlineberatungsforum ja ähnlich funktioniert: Eine ratsuchende Person erstellt eine Anfrage und viele weitere lesen (und schreiben) mit. Die Anzahl der „lurker“, also derer, die „nur“ mitlesen und nie selbst schreibend in Erscheinung treten ist in Beratungs-Foren enorm groß im Vergleich zu denen, die aktiv schreiben. Die Hypothese die hierzu häufig angeboten wird: Durch das Mitlesen holen sich die anderen Personen bereits einen Teil ihrer Beratung mit ab. Ähnlich könnte man jetzt zum Thema Podcast/Audionachrichten in der Beratung davon ausgehen, dass das Zuhören bereits einige Fragen klärt und vielleicht im Anschluss dazu einlädt, sich mit individuellen Fragestellungen an den*die Berater*in zu wenden.

Wie auch immer man das Ganze am Ende nennen möchte, ob Audioberatung oder Onlineberatung per Audio oder Beratungspodcast, ich bin nach wie vor auf der Suche nach jemanden, der*die sowas macht: Klient*innen per Audionachrichten Beratung anzubieten.

Und eigentlich steckt für mich hinter diesem ganzen Thema noch etwas viel Grundsätzlicheres: Nämlich die Frage, inwieweit Berater*innen bereit sind, sich mit den Möglichkeiten der neuen Medien auseinander zu setzen und Angebote zu entwickeln, die das Spektrum der erreichten Zielgruppen erweitern könnte. Ich höre, wenn ich diese Frage stelle allzu oft „Was sollen wir denn noch alles machen!?“ – und so sehr ich diese Rückmeldung (auch aus eigener Erfahrung) verstehen kann, so wenig kann ich sie doch gelten lassen. Denn wir werden es in den nächsten Jahren zunehmend mit (potentiellen) Klient*innen zu tun bekommen, die medial anders sozialisiert wurden, als die, die wir vor 20 Jahren beraten haben. Insofern geht es vielleicht manchmal auch um die Frage „Was brauche ich künftig nicht mehr tun!?“ – und damit meine ich nicht, dass die face-to-face Beratung obsolet werden wird.

Was ich mir konkret vorstellen und wünsche: Berater*innen, die das eine oder andere digitale Medium nutzen, um sich und ihr Angebot zu präsentieren (z. B. ein Vorstellungsvideo auf YouTube, welches die Beratungsstelle und ihr Angebot erklärt, oder kurze Videos, die bestimmte Themen aufgreifen und darstellen, wie hier https://www.erziehungsberatung-passau.de/links/beispiel-videos/beispiel-videos ), die aber auch die digitalen Medien im Beratungsprozess einsetzen, wo sie gut passen. Sei es, indem gemeinsam im Netz zu einem Thema recherchiert wird, indem über ein Onlineberatungstool per Mail, Chat oder Video kommuniziert wird oder eben indem auch Audiosequenzen zur Verfügung gestellt werden, die den*die Ratsuchenden im Alltag begleiten können.

Und wer solange selbst ein paar Podcast (rund um das Thema Digitalisierung der Beratung) hören möchte, hier ein paar der Empfehlungen, die ich gestern dazu selbst auf Twitter bekam:

https://www.sozial-pr.net/

https://ideequadrat.org/

https://irgendwas-mit-menschen.com/

https://www.sozifon.de/

auch spannend, eine Plattform zum Thema crowdmoving https://helpteers.net/info/

und hier noch eine Übersichtsliste weiterer Podcasts: https://www.digital-sozial.net/themen/item/12-podcast-soziales

11. Fachforum Onlineberatung am 17./18.09.2018 in Nürnberg

Es ist wieder so weit! Am 17./18. September 2018 laden wir wieder zum Fachforum Onlineberatung nach Nürnberg ein. Dieses Jahr steht das Fachforum unter dem Motto „Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung“. Den Eröffnungsvortrag zu diesem Thema hält Prof. Nadia Kutscher von der Universität Köln, die sich seit vielen Jahren u. a. mit dem Themenkomplex Digitalisierung der Sozialen Arbeit beschäftigt.

An zwei Tagen werden wir in der bewährten Mischung aus Vorträgen, Diskussionen und Workshops darüber diskutieren, welche Auswirkungen sich aus der Digitalisierung für die Onlineberatung ergeben.

Hier der Ankündigungstext für das 11. Fachforum Onlineberatung:

Wie verändert sich unsere Lebenswelt durch die immer stärker fortschreitende Digitalisierung? Und welche Auswirkungen ergeben sich hieraus für die psychosoziale Beratungslandschaft und insbesondere auch für die Onlineberatung? Das 11. Fachforum Onlineberatung lädt dazu ein, sich mich diesen und weiteren Fragestellungen zu beschäftigen.
Der lebensweltliche Alltag von Fachkräften und Klient*innen Sozialer Arbeit und angrenzender Disziplinen wird immer häufiger durch (digitale) Medien durchdrungen und beeinflusst. Auswirkungen dieser Entwicklung zeigen sich sowohl in den Beratungsanlässen von Klient*innen, als auch in der medialen Realisierung von Beratungsprozessen (Onlineberatung/Blended Counseling).
Die aktuelle Debatte greift nun auch die sich aus der Digitalisierung ergebenden neuen Möglichkeiten des professionellen Handelns von Fachkräften Sozialer Arbeit auf. So gilt es für Träger und Einrichtungen bei ihrer strategischen Planung und Konzeptentwicklung diese Chancen in den Mittelpunkt zu rücken und zu prüfen, welchen Platz die Onlineberatung künftig einnehmen wird.
Der „digital turn“ in der Beratung wird weiter Fahrt aufnehmen – es gilt, ihn sinnvoll zu gestalten! Das diesjährige Fachforum möchte hierzu Austausch, Denkanstöße und Vernetzungsmöglichkeiten bieten.

Das Institut für E-Beratung der TH Nürnberg veranstaltet jährlich im September zusammen mit der Deutschsprachigen Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung (DGOB), der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung (bke), der Online-Beratung des Deutschen Caritasverbandes (caritas.de/onlineberatung) sowie des pro familia SEXTRA Onlineberatungs-Projektes (sextra) das Fachforum Onlineberatung.

Alle Infos zum Programm und zur Anmeldung unter: www.fachforum-onlineberatung.de

Über die ständige Erreichbarkeit der Onlineberater*innen

Heute früh habe ich mit 11 Onlineberater*innen über das Thema „Blended Counseling“ diskutiert und wir landeten an vielen spannenden Punkten, die mich jetzt noch beschäftigen. Ein Thema war die Frage, ob Onlineberater*innen denn nun ständig erreichbar sein müssten, da die Klient*innen ja schließlich dauernd online und mit dem Netz verbunden sind. Natürlich lautet die Antwort erstmal „nein“, denn selbst wenn wir das – aus welchen Gründen auch immer – wollen würden, wäre es nicht möglich. Die Strukturen und Arbeitsbedingungen von Berater*innen in psychosozialen Arbeitsfelder lassen dies gar nicht zu und nicht zuletzt geht es natürlich auch um das Thema Psychohygiene und einen gesunden Abstand von Klient*innen und Beratungsgeschehen.

Dennoch weist auch Sabine Depew richtigerweise darauf hin: „Wer ständig online ist, erwartet schnelle Antworten, Tipps und sofortige Hilfe. Darauf müssen wir reagieren, wenn wir nah bei den Menschen bleiben wollen“

Wir werden es in den nächsten Jahren zunehmend mit einer Klientel zu tun bekommen, die mit dem Internet und seinen Kommunikationsmedien sozialisiert wurden und deren Kommunikationsverhalten stark durch Onlinemedien geprägt ist. Dies wird auch eine Auseinandersetzung mit der Frage, wie diese Zielgruppe Beratungsangebote wahrnimmt und nutzt unvermeidbar machen. Widerstände, die Berater*innen wahrnehmen, wenn sie sich mit einer „Beratung4.0“ beschäftigen (müssen), sollen ernstgenommen werden und dennoch werden wir Beratung künftig auch neu denken müssen. Neue Konzeptionen, Haltungen, Methoden und Angebote werden sich entwickeln müssen, damit die Soziale Arbeit auch künftig noch ihrem Leitgedanken „Die Menschen da abholen, wo sie stehen“ gerecht werden kann.

Das bedeutet zwar nicht ständig online und ständig erreichbar zu sein – es wird aber bedeuten, sich den Auswirkungen der Digitalisierung nicht zu verschließen und aktiv an der Weiterentwicklung der Sozialen Arbeit/Beratung mitzuwirken. Der Transformationsprozess ist bereits in vollem Gange…

Artikel zur Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung

Vor wenigen Tagen ist ein Beitrag von Prof. Richard Reindl (Akademischer Leiter des Instituts für E-Beratung) im e-beratungsjournal erschienen. Prof. Reindl bietet in dem Artikel mit dem Titel „Zum Stand der Onlineberatung in Zeiten der Digitalisierung“ einen Überblick über die bisherigen Entwicklungen, den aktuellen Stand und künftige Entwicklungsaufgaben der Onlineberatung.

 

Fachtag „Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft“ der EKFuL am 5. Juni 2018

Am 5. Juni 2018 veranstaltet die Evangelische Konferenz für Familien- und Lebenberatung einen Fachtag zum Thema „Psychologische Beratung in einer digitalen Gesellschaft“ in Frankfurt am Main.

Das Programm bietet einen breiten Überblick über den digitalen Transformationsprozess, dem auch die Beratung unterliegt. Programm und Anmeldemöglichkeiten

 

Neues Onlineberatungsangebot für pflegende Jugendliche

Vor wenigen Tagen startete das erste Onlineberatungsangebot für Jugendliche mit Pflegeverantwortung. Ein wie ich finde ganz wichtiges Angebot, da die Zahl junger Menschen, die einen Familienangehörigen pflegen oder bei der Pflege unterstützend tätig sind, nicht unerheblich groß ist.

Unter der URL www.echt-unersetzlich.de kann das Angebot der Berliner Beratungsstelle Pflege in Not rund um die Uhr genutzt werden.

Was mir ganz besonders daran gefällt – die Betreiber des Angebots haben ihr Konzept ins Netz gestellt. Soviel Transparenz gibt es bei Onlineberatungsangeboten leider noch viel zu selten!

Ich wünsche dem neuen Projekt viel Erfolg – es würde sicherlich auch über Berlins (online-) Grenzen hinweg gebraucht!

BMFSFJ und Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege schließen Vereinbarung zum Thema „Digitalisierung des Sozialen Sektors“

In einer gemeinsamen Absichtserklärung haben das BMFSFJ und die Spitzenverbände der freien Wohlfahrtspflege eine verstärkte Zusammenarbeit in Hinblick auf die digitale Transformation des Sozialen Sektors vereinbart.

Auch das Thema Beratung und Therapie findet darin Beachtung. Konkret heißt es in der am 7.9.17 unterzeichneten Erklärung:

Beratung und Therapie: Ziel ist es,die erfolgreichen Angebote der online-Beratung auszubauen und konzeptionell weiterzuentwickeln. Grund sind die hohe Nachfrage und die sich verändernden Anforderungen an digitale Beratungsformate. Ihre strukturelle Vernetzung erfordert neue Formen der Zusammenarbeit unter Einbindung von Peer-to-Peer-Beratung. Hierzu gehört auch die Entwicklung neuer, digital basierter und begleiteter Betreuungs- und Begleitungskonzepte.“

(Update Quelle: https://www.awo.org/sites/default/files/2017-09/170907_strateg_Partnerschaft_Digitalisierung_BAGFW_BMFSFJ.pdf)