Archiv der Kategorie: Online-Coaching

Ausblick auf 2019

Das Jahr hat nur noch wenige Wochen und gefühlt begeben sich alle schon ein wenig in Winterschlaf. Ich sitze gerade im Zug nach Hannover zum „Netzwerk-Forschung“ der DGSv, das in Form eines barCamp stattfinden wird, um dort mit den anderen Teilnehmer*innen über die Nutzung digitaler Medien in der Supervision zu diskutieren. Aber danach ist auch für mich Schluss für dieses Jahr und Urlaub steht an 🙂

Bevor ich auf 2019 blicke, ein kurzer Rückblick auf das Jahr 2018. Es ist viel passiert in Sachen Digitalisierung & Mediatisierung der Beratung (Supervision und Coaching mit gedacht!). Zwei persönliche Highlights waren für mich dieses Jahr das 11. Fachforum Onlineberatung, das wir mit über 200 Teilnehmer*innen im September in Nürnberg veranstaltet haben. Und natürlich die Veröffentlichung meines Lehrbuchs Onlineberatung bei Vandenhoeck & Ruprecht im Herbst diesen Jahres.

Insgesamt nehme ich wahr, dass dieses Jahr an vielen Ecken und Enden sehr intensiv über das Thema „Digitalisierung“ diskutiert wurde. In zahlreichen Tagungen tauchte das Thema im Titel auf und in Arbeitskreisen etc. wurde das Thema aufgegriffen. Unklar ist für mich noch die Ausrichtung: Wird konstruktiv, zukunftsgerichtet und mit Offenheit gegenüber neuen Technologien diskutiert oder eher auf Defizite und mögliche Gefahren hingewiesen? Ersteres würde ich mir wünschen und das ist dann auch der Ausblick für 2019 – oder der Wunsch für das neue Jahr: Mehr mutige Ideen und das Umsetzen dieser!

Der Kalender für 2019 ist schon ganz schön voll, aber auf ein paar Veranstaltungen freue ich mich schon jetzt ganz besonders:

Wir werden zum 11. Mal unsere Weiterbildung zum*r zertifizierten Onlineberater*in anbieten. Im März startet ein Kurs und ein nächster dann im Oktober. Alle Infos dazu gibt es hier

Im April findet die Frühjahrstagung der DGSF zum Thema „Systemische Praxis und Lehre im digitalen Wandel!? – Aufgaben, Perspektiven und Chancen“ statt. Hierbei wird nun auch endlich die Frage der Qualifizierung von (systemischen) Berater*innen thematisiert.

Gespannt bin ich auch auf die zweitägige Veranstaltung in Kiel, die ich im Juni beim Paritätischen Schleswig-Holstein leiten darf und bei der sich dezidiert Führungskräfte zur Digitalisierung der Beratung in Form eines Workshops informieren (und entscheiden!) können.

Und dann steht natürlich im September (16./17.09.2019) wieder das Fachforum Onlineberatung an – das Programm hierzu sollte im Mai auf der Webseite des Instituts für E-Beratung online stehen.

Ich wünsche allen Leser*innen hier eine gesegnete Weihnachtszeit und einen guten Start in das Jahr 2019!

 

Ich habe ein Buch geschrieben…

…und das erscheint in der kommenden Woche, am 10. September 2018.

Worum gehts? Das dürfte vermutlich wenig überraschen, denn es ist natürlich das Thema „Onlineberatung“. Es handelt sich um ein Lehrbuch, dass neben den theoretischen Hintergründen, die man als Onlineberater*in kennen sollte, vor allem eine sehr praxisnahe Einführung in die Onlineberatung ermöglicht.

Ein Buch zu schreiben, war eine ganz besondere Erfahrung und hat mir einerseits viel Spaß gemacht, mich andererseits in den letzten Monaten zeitlich aber auch enorm gefordert. Ich bin dankbar für die vielen Unterstützer*innen, die dazu beigetragen haben, dass das Ganze in einem überschaubaren Rahmen fertiggestellt werden konnte und hatte eine wirklich gute Unterstützung durch meine Verlags-Lektorin.

Ich hoffe, mit dem Buch auch einen Beitrag zur Digitalisierung der Sozialen Arbeit zu leisten und freue mich, dass mein Verlag, Vandenhoeck & Ruprecht, Onlineberatung als ein wichtiges Kernthema für die Soziale Arbeit und die Zukunft der Beratung ansieht.

Wo liegen Chancen und Grenzen von Onlineberatung? Wie gelingt eine professionelle Beziehungsgestaltung zwischen Fachkraft und Klient*in der digitalen Beratung? Was sind die Besonderheiten von Online-Kommunikation?

Der Einsatz digitaler Medien und Kommunikation spielt im Bereich der psychosozialen Beratung eine immer wichtigere Rolle. Dieses Lehrbuch vermittelt (angehenden) Fachkräften im Kontext von Beratung, Coaching und Supervision praktisches Handlungswissen zur Onlineberatung. Neben theoretischen Grundlagen veranschaulicht Emily Engelhardt anhand von praktischen Beispielen und Übungen, wie Onlineberatung konkret umgesetzt wird. Die Leser*innen lernen die unterschiedlichen Tools der textbasierten Onlineberatung (Mail-, Chat- und Forenberatung) sowie neuere Entwicklungen wie Video- und Messengerberatung kennen und setzen sich mit den Besonderheiten der Onlinekommunikation auseinander. Neben den Einsatzmöglichkeiten und -feldern von Onlineberatung werden rechtliche, technische und organisatorische Aspekte beleuchtet.

(Klappentext, Lehrbuch Onlineberatung, 2018)

Das „Lehrbuch Onlineberatung“ erscheint am 10. September 2018 bei Vandenhoeck & Ruprecht und kann direkt bei Verlag, den üblichen Online-Buchhändlern und natürlich in der Buchhandlung des Vertrauens erworben werden.

Podcasts für die Beratung?

Gestern las ich bei der Vorbereitung eines Workshops einen Beitrag der Bitkom, in dem beschrieben wurde, dass 22% der Deutschen regelmäßig Podcasts hören.

Da mich schon länger die Frage beschäftigt, wie sich Podcast auch in der psychosozialen Beratung einsetzen lassen, habe ich mal in die Twitterrunde gefragt, wer da etwas kennt. Das Ergebnis war überraschend für mich, denn es entspann sich eine kleine aber feine Diskussion, ob Podcasts in der Beratung überhaupt gehen und wenn ja, ob es dann überhaupt noch Podcasts sind.

Aber zurück zum Anfang: Podcasts, wer es noch nicht weiß, sind Audio- oder Videodateien, die man sich aus dem Netz herunterladen und anhören kann. Es geht also zunächst einmal um das Zuhören und dann ggf. reagieren in Form von Kommentaren auf einem dazugehörigen Blog o. ä.

Wenn jeder Fünfte Deutsche gerne Podcasts hört, ist für mich die Frage naheliegend, ob dies auch ein Format ist, mit dem Beratung angeboten werden kann. Denn scheinbar gibt es Leute, die sich lieber etwas anhören, als es z. B. zu lesen (wie es bei der Mailberatung der Fall wäre).

Und hier entwickelte sich die Diskussion gestern auf Twitter ganz interessant weiter: Es wurde zu Recht darauf hingewiesen, dass sich Podcast ja an eine größere Zuhörerschaft wenden und für die Beratung deswegen auch weniger geeignet wären, da sie sich nicht mit den individuellen Fragstellungen einer ratsuchenden Person beschäftigen würden. Dem stimme ich zu, frage aber gleichzeitig nach, inwiefern denn nicht auch Podcasts individualisiert angeboten werden können. Und hierbei lernte ich: Dann sind es eigentlich keine Podcasts, sondern wir müssten das Ganze Audioberatung nennen.

Die Frage, ob auch für eine größere Zuhörerschaft ein Beratungspodcast angeboten werden kann ist insofern interessant, als das Onlineberatungsforum ja ähnlich funktioniert: Eine ratsuchende Person erstellt eine Anfrage und viele weitere lesen (und schreiben) mit. Die Anzahl der „lurker“, also derer, die „nur“ mitlesen und nie selbst schreibend in Erscheinung treten ist in Beratungs-Foren enorm groß im Vergleich zu denen, die aktiv schreiben. Die Hypothese die hierzu häufig angeboten wird: Durch das Mitlesen holen sich die anderen Personen bereits einen Teil ihrer Beratung mit ab. Ähnlich könnte man jetzt zum Thema Podcast/Audionachrichten in der Beratung davon ausgehen, dass das Zuhören bereits einige Fragen klärt und vielleicht im Anschluss dazu einlädt, sich mit individuellen Fragestellungen an den*die Berater*in zu wenden.

Wie auch immer man das Ganze am Ende nennen möchte, ob Audioberatung oder Onlineberatung per Audio oder Beratungspodcast, ich bin nach wie vor auf der Suche nach jemanden, der*die sowas macht: Klient*innen per Audionachrichten Beratung anzubieten.

Und eigentlich steckt für mich hinter diesem ganzen Thema noch etwas viel Grundsätzlicheres: Nämlich die Frage, inwieweit Berater*innen bereit sind, sich mit den Möglichkeiten der neuen Medien auseinander zu setzen und Angebote zu entwickeln, die das Spektrum der erreichten Zielgruppen erweitern könnte. Ich höre, wenn ich diese Frage stelle allzu oft „Was sollen wir denn noch alles machen!?“ – und so sehr ich diese Rückmeldung (auch aus eigener Erfahrung) verstehen kann, so wenig kann ich sie doch gelten lassen. Denn wir werden es in den nächsten Jahren zunehmend mit (potentiellen) Klient*innen zu tun bekommen, die medial anders sozialisiert wurden, als die, die wir vor 20 Jahren beraten haben. Insofern geht es vielleicht manchmal auch um die Frage „Was brauche ich künftig nicht mehr tun!?“ – und damit meine ich nicht, dass die face-to-face Beratung obsolet werden wird.

Was ich mir konkret vorstellen und wünsche: Berater*innen, die das eine oder andere digitale Medium nutzen, um sich und ihr Angebot zu präsentieren (z. B. ein Vorstellungsvideo auf YouTube, welches die Beratungsstelle und ihr Angebot erklärt, oder kurze Videos, die bestimmte Themen aufgreifen und darstellen, wie hier https://www.erziehungsberatung-passau.de/links/beispiel-videos/beispiel-videos ), die aber auch die digitalen Medien im Beratungsprozess einsetzen, wo sie gut passen. Sei es, indem gemeinsam im Netz zu einem Thema recherchiert wird, indem über ein Onlineberatungstool per Mail, Chat oder Video kommuniziert wird oder eben indem auch Audiosequenzen zur Verfügung gestellt werden, die den*die Ratsuchenden im Alltag begleiten können.

Und wer solange selbst ein paar Podcast (rund um das Thema Digitalisierung der Beratung) hören möchte, hier ein paar der Empfehlungen, die ich gestern dazu selbst auf Twitter bekam:

https://www.sozial-pr.net/

https://ideequadrat.org/

https://irgendwas-mit-menschen.com/

https://www.sozifon.de/

auch spannend, eine Plattform zum Thema crowdmoving https://helpteers.net/info/

und hier noch eine Übersichtsliste weiterer Podcasts: https://www.digital-sozial.net/themen/item/12-podcast-soziales

Workshop zur Onlineberatung für Freiberufler und Selbständige am 5. Mai in Nürnberg

Wenn Sie überlegen, sich mit dem Thema „Onlineberatung“ als freiberuflich tätige/r Coach, Supervisor*in oder Berater*in zu beschäftigen, sind Sie herzlich nach Nürnberg eingeladen. Am 5. Mai biete ich einen Workshop zum Thema Onlineberatung für Freiberufler und Selbständige – Von der Idee zum Konzept an.

Hier die Ausschreibung – weitere Infos & die Anmeldemöglichkeit finden Sie auf der Seite des Instituts für E-Beratung:

Als freiberuflich oder selbständig tätige/r Berater/in ein Onlineberatungsangebot bereit zu stellen bedarf unterschiedlicher Vorbereitungsschritte. Zu Beginn müssen konzeptionelle Fragen geklärt werden: Wer soll von dem Onlineberatungsangebot profitieren? Soll das Angebot ausschließlich online stattfinden oder als „blended counseling“-Format angeboten werden? Welche Tools sollen in der Onlineberatung zum Einsatz kommen? Und welche Software ist hierfür geeignet?

Im nächsten Schritt geht es darum, wie Kund/innen gewonnen werden können und wie die Vermarktung des eigenen Onlineberatungsangebots gelingen kann. Es müssen Preise für die Onlineberatungsleistung kalkuliert und kommuniziert werden.

Und nicht zuletzt muss das eigene Qualitätsmanagment organisiert werden. Hierzu gehört die eigene Ausbildung aber auch eine regelmäßige Kontroll-Supervision und/oder die Vernetzung in Online-Intervisionsgruppen.

Die Teilnehmenden dieses Workshops erarbeiten anhand einer Mischung aus informativen Inputs und Checklisten ein erstes Konzept für ihr eigenes Onlineberatungsangebot. Sie lernen unterschiedliche Varianten der Umsetzung eines solchen Angebots kennen und haben die Möglichkeit zum Austausch mit den anderen Workshopteilnehmer/innen.

Inhalte (stichpunktartig):

  • Konzeption und Umsetzung des eigenen Onlineberatungsangebots
  • Technische und organisatorische Voraussetzungen
  • Marketing und Pricing
  • Qualitätsmanagement
  • Vernetzung und Austausch

(Quelle: https://www.e-beratungsinstitut.de/fort-und-weiterbildung/onlineberatung-fuer-freiberufler-und-selbstaendige-von-der-idee-zum-konzept/)

Hier geht’s zur Anmeldung!

Teilnehmer*innen für Online-Intervisionsgruppe gesucht!

Ich habe in den vergangenen Jahren in unterschiedlichen Online-Intervisionsgruppen mit Kolleginnen und Kollegen aus der Onlineberatung zusammengearbeitet und viele gute Erfahrungen mit diesem Format gemacht.

Da ich in der letzten Zeit immer mal wieder Anfragen hierzu bekommen habe, möchte auf diesem Wege eine neue Initiative starten und interessierte Kolleg*innen aus der Onlineberatung/Online-Supervision/Online-Coaching einladen, eine Online-Intervisionsgruppe zu gründen.

Voraussetzungen:

  • eigene Onlineberatungs-Praxiserfahrungen
  • Interesse sich mit anderen Kolleg*innen auszutauschen
  • Freude an Onlinekommunikation
  • Offenheit, sich auf neue Intervisionsformen einzulassen

Die Online-Intervision würde auf meiner Onlineberatungsplattform (datensicher und verschlüsselt) stattfinden. Die genauen Absprachen würden wir nach der Gründung der Intervisionsgruppe treffen.

Wer Interesse hat schreibt mir bitte eine Nachricht!

 

 

 

Fortbildungsprogramm für 2017

Nach der Sommerpause habe ich mich mit meiner Kollegin an die Planung unseres Fortbildungsprogramms im Institut für E-Beratung für das kommende Jahr gemacht. Zusammengekommen ist eine schöne Auswahl unterschiedlicher Seminare & Workshops sowie ein Online-Kurs zur Einführung in die Onlineberatung.

Folgende Themen haben wir nächstes Jahr im Angebot:

Außerdem startet im März 2017 der nächste Durchgang im „Hochschulzertifikat Onlineberatung“!

Reinschauen lohnt sich! Die Anmeldung ist ab sofort möglich!

Kurze Rückschau auf den Fachtag „Onlinekommunikation in Beratung und Supervision“

Gestern fand in Frankfurt der Fachtag zum Thema „Onlinekommunikation in Beratung und Supervision“ statt, den das Institut für E-Beratung gemeinsam mit der Fachgruppe Onlineberatung (vertreten durch Joachim Wenzel, SPI Mainz) veranstaltet hat.

In zwei Vorträgen von Prof. Richard Reindl zum Thema „Analoge und Digitale Kommunikation – Chancen für Beratung“ und von Dr. Joachim Wenzel zum Thema „Neue Medien in der Beratung“ wurden die knapp 30 Teilnehmenden in die Besonderheiten von Onlinekommunikation und die gesellschaftlichen Veränderungen durch die fortschreitende Digitalisierung und Mediatisierung unser Alltagswelt eingeführt. Wenzel beschäftigte sich in seinem Vortrag zudem mit dem „Mythos der Unmittelbarkeit“ von „Face-to-Face“-Kommunikation/Beratung und führte den Zuhöhrer*innen in anschaulicher Weise vor Augen welche Rolle Medien schon immer in Hinblick auf unsere Kommunikation gespielt haben. Online zu kommunizieren und sich hierfür entsprechender Medien zu bedienen ist folglich die logische Konsequenz mit der sich Beratende auseinandersetzen müssen.

In drei Workshops hatten die Teilnehmenden sodann die Gelegenheit sich mit speziellen Themen und Fragestellungen zu beschäftigen. Maria Große Perdekamp (Leiterin der BKE Onlineberatung) und Nina Schweigert (Leiterin der YouthLifeLine Onlineberatungsstelle) berichteten aus ihrer Arbeitspraxis – zum einen in einem großen von Fachkräften getragenen Portal der Erziehungs- und Jugendberatungsstellen, zum anderen in der Variante der Peer-to-Peer Beratung, die durch Fachkräfte im Hintergund begleitet wird.

In meinem Workshop zum Thema „Onlineberatung und -Supervision freiberuflich“ hatte ich das Vergnügen mit interessierten und kritischen Teilnehmenden darüber zu diskutieren, welche Möglichkeiten für Freiberufler und Selbständige bestehen, Onlineberatung (in dem Fall natürlich kostenpflichtig) anzubieten. Es wurde über Konzepte und Finanzierungsfragen ebenso diskutiert, wie über technische Voraussetzungen und Qualifikationserfordernisse. Spannend war für ich vor allem, wie unterschiedlich die Teilnehmenden bislang Onlinekommunikationskanäle für die Erhaltung nutzen. Gefreut habe ich mich über das schöne Feedback, besonders von einer Teilnehmerin, die den anderthalbstündigen Workshop als „kostenlose Start-Up Beratung für SupervisorInnen“ bezeichnete. 🙂

Das Thema „Beratung per Video“ mit dem ich mit zur Zeit intensiver beschäftige kam hierbei auch immer wieder ins Gespräch. Nach wie vor steht. Hier aber die Problematik einer gesicherten technischen Lösung im Raum – hier müssen die Softwareanbieter noch geeignet Antworten finden, um eine sichere und stabile Übertragung zu ermöglichen.

Alles in allem ein spannender Fachtag mit vielen anregenden Ideen, Gesprächen und Menschen!

Über die Bedeutung von Sprache im Online-Coaching

In letzter Zeit habe ich mir viele Coaching-Angebote angeschaut, die mit „Online-Coaching“ für sich werben. Dabei findet man allerhand spannendes, vieles hat mich aber auch erstaunt und ziemlich nachdenklich gemacht. Das mag daran liegen, dass ich mich selbst nicht als Coach beszeichnen würde, sondern Supervisorin bin und dahinter (vielleicht ein typisches Klischee?) für mich eine andere Haltung steckt.

Mir scheint es, als sprächen manche (nicht alle!) Coaches eine ganz eigene Sprache, die sehr leistungsorientiert klingt und mit plakativen und teils provokanten Adjektiven bestückt ist. Auffällig wird dies dann besonders im Online-Coaching oder zumindest in den Beschreibungen der Coaches, die man auf den entsprechenden Webseiten findet. Da ist dann die Rede von „Top Leistungsträgern„, es wird mit „8 radikalen Tipps für mehr Erfolg“ geworben und ähnlichem. Mich schreckt dies eher ab (vielleicht bin ich aber auch einfach nicht der Kunde für so ein Coaching?).

Die Bedeutsamkeit von Sprache im Onlinekommunikationsprozess, wo jedes Wort eine Wirkung entfalten soll ist ein Thema, dass mich in den letzten Jahren immer wieder beschäftigt hat. Achtsamkeit in der Sprache und Wortwahl halte ich für ein – wenn nicht das – wesentliches Element für eine gute Onlineberatung/supervision und ja, auch für ein gutes Online-Coaching. Und für mich tun sich Fragen auf, wenn ich dann solche (in meinem Empfinden) „krassen“ Beschreibungen lese: Richtet sich (Online-)Coaching nur an Menschen, die an „mehr Leistung“ und „extremen“ Lösungen interessiert sind? Werden auch Menschen von solchen Aussagen angesprochen, die noch auf der Suche sind und vielleicht sogar unter „zuviel Leistungsdruck“ leiden? Ich bin unsicher…

Vielleicht mag es aber auch am stärkeren Marketingfaktor liegen, der im Coachingbereich eher vorhanden ist, als im Feld von (meist kostenfreier) Beratung oder Supervision?

Wer aufmerksam liest wird sich und mich jetzt fragen: Warum heißt denn dann dieser Blog „Online-Coaching-Blog“, wenn für mich manches im Coaching so negativ klingt?  🙂 Eine berechtigte Frage, die ich gerne so beantworte: Der Name geht zurück auf mein persönliches Verständnis von „Coaching“. Nämlich einer ergebnisoffenen Form der Anregung und Unterstützung für Menschen, die Lust haben etwas Neues kennen zu lernen und auszuprobieren und dafür gerne auf das Wissen und die Erfahrung einer anderen Person (Coach) zurückgreifen möchten, um sich inspirieren zu lassen. Und genau dazu dient dieser Blog!

 

Online-Coaching-Programm „Ins Netz gehen“ der BzgA

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet unter der Seite http://www.ins-netz-gehen.de ein Coaching-Programm (vor allem für die jüngere Zielgruppe, aus meiner Sicht aber auch für „Ältere“ interessant!) an, das sich an Personen richtet, die ihren eigenen Internet- und Computerspiel-Konsum hinterfragen (oder deswegen Stress Zuhause haben).

Zunächst füllt man einen Selbsttest aus, der einem einen Anhaltspunkt darüber gibt, wie das eigene Surf-/Spielverhalten einzuschätzen ist. Nach der Beantwortung von 15 Fragen erhält man eine Einschätzung und Empfehlung. Im Anschluss daran kann man an einem Programm teilnehmen und mit einem persönlichen Coach im Chat sprechen. Dieser erhält vorab Zugriff auf das Testergebnis und bespricht dann individuell mögliche Lösungswege mit dem/r Teilnehmer/in.

Im Anschluss daran bekommt man die Tools „Reals Life Challenge“ und „Medienplaner“ freigeschaltet, die vom Coach übere mehrere Wochen mit begleitet werden.

Klingt nach einer spannenden Idee! Ob’s funktioniert?!

Termine für Hochschulzertifikat Onlineberatung 2016

Wie schon in einem meiner letzten Beiträge angekündigt, wird im kommenden Jahr wieder die Weiterbildung zum/r zertifizierten Onlineberater/in am Institut für E-Beratung der TH-Nürnberg angeboten. Ich freue mich drauf, im nächsten Durchgang wieder als Referentin mit von der Partie zu sein.

Nun stehen auch schon die Präsenz-Termine in Nürnberg fest:

11./12. März
29./30. April
8./9. Juli
21./22. Oktober

Weitere Infos werden in den nächsten Wochen über die Seiten des Instituts für E-Beratung veröffentlich.