Archiv der Kategorie: Internationales

Qualitätsstandards für Online-Interventionen der Föderation der Schweizer Psychologen (FSP) veröffentlicht

Die Föderation der Schweizer Psychologen (FSP) hat bereits vor einigen Jahren zum Thema Onlineberatung Standards erarbeitet. Nun liegt eine Aufschlüsselung nach unterschiedlichen Kriterien (wie Transparenz, Grenzen und Indikationen, Vertraulichkeit und Datenschutz) für Fachpersonen in der Psychotherapie sowie für Fachpersonen in der Beratung vor.

Lesenswert! Hier geht es zum Portal mit allen Infos: https://www.psychologie.ch/politik-recht/berufspolitische-projekte/onlineinterventionen/

Onlineberatung beim Schweizer Sorgentelefon nimmt zu – Telefonberatung erstmals rückläufig

In diesem kurzen Pressebericht erfährt man, dass die Telefonberatung des Schweizer Sorgentelefon Tel143 zum ersten Mal rückläufig ist – in der Onlineberatung hingegen steigen die Zahlen an. Nicht überraschend ist, dass die Nutzer*innen der Onlineberatung jünger sind als die Anrufer. Auch hier erhält wieder das Thema „Suizid“ einen wichtigen Stellenwert.

In Deutschland berät rund um das Thema „Suizid“ vor allem YouthLifeLine vom Arbeitskreis Leben e. V. seit vielen Jahren kompetent und mit dem besonderen Ansatz der Peer-to-Peer-Beratung. Das Angebot wurde zudem Ende vergangenen Jahres mit dem Deutschen Engagementpreis ausgezeichnet.

Psychosoziale Onlineberatung für Flüchtlinge

Ein spannendes Projekt zur Onlineberatung stellt die Organisation ipso e care zur Verfügung: Über einen Videochat sollen künftig in Deutschland Flüchtlinge psychosozial beraten. Die Organisation bildet hierzu Menschen aus dem gleichen Kultur- und Sprachraum aus, die die Beratung anbieten.

Ein Interview mit der Gründerin und Direktorin von ipso, Inge Missmahl, kann hier gelesen werden. Das Angebot ist nach ihrer Auskunft kostenlos – die Organisation ist auf Spenden angewiesen.

Es kann mit großer Sicherheit davon ausgegangen werden, dass Onlineberatung – auch als textbasierte Variante – in den nächsten Wochen, Monaten und Jahren für geflüchtete Menschen ein wichtiges und vor allem leicht erreichbares Angebot sein wird.

Nachlese vom 6. Fachforum Onlineberatung in Nürnberg, Teil 2

Das Fachforum schaut schon seit Jahren auch über den „deutschen“ Tellerrand hinaus, was in den europäischen Nachbarländern in Sachen Onlineberatung so geboten wird. In diesem Jahr waren unter anderem Referent/innen aus den Niederlanden, der Schweiz, Österreich, Frankreich und Dänemark in Nürnberg und haben von Ihren Erfahrungen berichtet.

Besonders beeindruckt hat mich der Vortrag von Anette Jochumsen aus Dänemark, die uns deutlich vor Augen geführt hat, dass je weiter man auf der Weltkugel gen Norden geht, die Dinge doch oft auch einfach besser werden. Dieser Blickwinkel mag nun meiner eigenen Herkunft als Norddeutsche geschuldet sein (man muss ja den Bayern auch mal ein bisschen was entgegensetzen 😉 ), aber wenn man hört, wie Anette Jochumsen davon berichtet, was in nur wenigen Jahren in Sachen Online-Bildungs- und Berufsberatung vorangetrieben wurde, kann man schon etwas neidisch werden.

Dass mit dem Angebot der Bildungs- und Berufsberatung online in weniger als drei Jahren über 200.000 tausend Ratsuchende erreicht wurden, ist hierbei nur einer von vielen beeindruckenden Fakten, von denen Jochumsen in ihrem überaus spannenden Vortrag berichtete.

Sie erläuterte in ihrem Vortrag außerdem ein 4-K-Modell in dem die vier Phasen „Kontakt, Kontrakt, Kommunikation und Konklusion“ als Orientierung für die Gestaltung des Beratungsprozesses den Berater/innen an die Hand gegeben werden. Vorrangig findet die Beratung im Chat statt. Und in diesem tauschen sich auch die Berater/innen untereinander bei Fragen aus oder unterstützten sich gegenseitig in Form einer kollegialen Beratung. Das viele von ihnen problemlos bequem und flexibel von Zuhause aus arbeiten können würde man sich hierzulande auch öfter wünschen. In Webinaren erhalten die Nutzer/innen zudem Informationen zu bestimmten Themen der Bildungs- und Berufsberatung.

Einen kurzen Überblick über die Arbeit von Anette Jochumsen und ihren Kolleg/innen kann man sich außerdem in einem Interview, dass das e-beratungsjournal vor einiger Zeit mit ihr geführt hat, verschaffen.

Im November bin ich als Referentin zum Thema „Blended Counseling“ zum Gegenbesuch in Dänemark auf der Konferenz der Berufs- und Bildungsberater/innen eingeladen und bin jetzt schon sehr gespannt auf den Austausch mit einem Team, dass sich „jedes Jahr eine Innovation“ zum selbsterklärtem Ziel gesetzt hat.