Archiv der Kategorie: Allgemein

Onlinekurs „Systemische Onlineberatung“ beim praxis institut süd

Ich freue mich riesig darauf ab September beim praxis institut für systemische beratung süd einen Onlinekurs zur „Einführung in die systemische Onlineberatung“ anbieten zu dürfen.

Der Kurs umfasst 5 Module (50 EU) und findet ausschließlich online statt. Wir arbeiten auf einer Lernplattform und nutzen zudem einen virtuellen Kursraum für „live“-Seminare im Netz. Das wird spannend! 🙂

Messenger in der Onlineberatung

Zunächst einmal: Es heißt wirklich Messenger und nicht Messanger wie ich immer wieder an unterschiedlichsten Stellen lese. Messenger ist – wer hätte es gedacht 😉 – englisch und bedeutet nichts anderes als „Bote“ oder „Kurier“ es hat also mit der Message  (Nachricht), die die Botin zwar bringt, erstmal nur indirekt zu tun.

Im Laufe des letzten Jahres tauchte vermehrt die Fragestellung auf, ob und wie Messenger in der Onlineberatung eingesetzt werden (können). Diese Diskussion ist nicht zuletzt aufgrund der Tatsache entstanden, dass (private) Mailkommunikation, gerade bei jüngeren Altersgruppen, immer mehr abnimmt. Die Nutzung von Messengerdiensten, vor allem von WhatsApp hingegen ist auf einen neuen Höchststand angelangt. So wird WhatsApp von 91% der  14-29jährigen und von immerhin 81% der 30-49jährigen täglich genutzt (s. ARD/ZDF Onlinestudie 2019).

Insofern liegt die Frage nahe, wenn „Alle“ per Messenger kommunizieren, ob nicht auch künftig ein Teil der (Online)Beratung über diesen Kommunikationskanal stattfinden kann oder soll.

Zunächst einmal ist klar: Onlineberatung per WhatsApp geht natürlich aus Datenschutzgründen auf keinen Fall. Es braucht also eine sichere Alternative. Und da scheiden sich schon die Geister. Threema wird hier häufig herangeführt, ist aber im Gegensatz zu den anderen gängigen Messengern (z. B. Signal, Telegram) nicht kostenlos. Kann ich also Ratsuchenden zumuten, dass sich sich diesen Messenger überhaupt leisten?

So haben sich auch Onlineberatungssoftware-Anbieter an die Arbeit gemacht und sichere Messenger entwickelt, bzw. Tools, die für Ratsuchende auf dem Smartphone im „look and feel“ wie ein Messenger funktionieren, für die Beratenden allerdings als Desktopversion laufen.

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Denn das ist häufig die zweite Frage, die sich Berater*innen stellen: Heißt das, dass ich jetzt rund um die Uhr per Messenger und Smartphone für meine Klient*innen erreichbar sein muss?!
Nein, das heißt es nicht, denn das kann (in der Mehrzahl der Konstellationen) sicherlich nicht der Anspruch von einer psychosozialen Beratung sein – und ob dies überhaupt sinnvoll wäre sei zudem dahingestellt.

Es geht also vielmehr darum zu überlegen: Wie können wir Beratende auf das sich verändernde Onlinekommunikationsverhalten (potentieller) Ratsuchender reagieren. Und inwieweit lässt sich per Messenger eine Beratung überhaupt realisieren?

Ein häufiges „Problem“ hierbei ist aus meiner Sicht der fehlende Perspektivwechsel. Für Ratsuchende kann die Möglichkeit über einen Smartphone-Messenger dank mobilem Internet und Hotspots von nahezu jedem Ort aus eine Beratung in Anspruch zu nehmen ein großer Gewinn sein. Und nur weil unsereins vielleicht Schwierigkeiten hat, auf dem Display des Smartphones längere Nachrichten zu verfassen, so muss dies noch lange nicht für die Ratsuchenden gelten. Nicht zuletzt kann diese Schwierigkeit auch durch die Spracheingabefunktion des Smartphones umgangen werden und damit auch Zielgruppen einen Zugang zu einer textbasierten Beratung verschaffen, für die Schreiben eher hochschwellig ist.
Ebenso können Funktionen wie das Versenden von Bildern, Videos oder Sprachnachrichten die Möglichkeiten der Ratsuchenden, sich mitzuteilen, erweitern. Sie können so Tools verwenden, die sie häufig auch in ihrer privaten Kommunikation einsetzen und die ihnen vertraut und geläufig sind.

Für uns Beratende bedeutet dies zunächst einmal: Wir müssen uns umstellen. Wieder einmal. Nun hatten wir uns doch gerade daran gewöhnt mit Texten zu arbeiten und nun auch noch mit Bildern, Audios und Videos!? Oh Schreck! 🙂 Oder aber: Oh ja! Das könnte spannend werden!

Ich hoffe auf Letzteres und werde in den nächsten Wochen zu diesem Thema immer mal wieder etwas bloggen…

Kleiner Podcast zum Thema „Online-Supervision und Online-Coaching“

In dieser kleinen Podcastfolge teile ich ein paar Gedanken zum Thema „Online-Supervision und Online-Coaching“. Es geht vor allem um die Frage, wie ich als Supervisor*in oder Coach mein eigenes Angebot methodisch umsetzen kann und welche Besonderheiten sich bei einem online durchgeführten Coaching bzw. Supervisionskontakt ergeben können.

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Fragwürdige Beratungsanfrage – ein paar Gedanken zu sogenannten „fakes“ in der Onlineberatung

Ich hatte einige sehr spannende Supervisionsaufträge in den letzten Wochen und ich nehme als Supervisorin auch immer etwas mit. Dieses Mal eine neue Beschreibung für Anfragen oder Situationen in der Onlineberatung bei denen der Eindruck entsteht, dass das Geschriebene nicht der „Wahrheit“ entspricht.

Häufig höre ich dann in diesem Zusammengang den Begriff „fake“, den ich selbst nicht passend finde, da ein „fake“ in meinem Verständnis eine ganz bewusste Täuschung ist, die im Kern auch etwas bösartiges hat oder zumindest auf Kosten anderer Beteiligter stattfindet,

Eine Teilnehmer*in in der Supervision brachte die Beschreibung einer „fragwürdigen Anfrage“ ein und um diese Beschreibung sind wir länger gekreist.
Ich finde sie treffend, weil sie einen Moment beschreibt, in dem ich eine Anfrage als besonders würdig zu be- und hinterfragen empfinde. Dies ist übrigens auch die ursprüngliche Bedeutung des Wortes „fragwürdig“: Etwas lädt zu einer Frage ein. Und wenn man bei dieser Ursprungsbedeutung bleibt, bietet sie eine ganz neue Perspektive auf das Geschriebene.

Es geht also nicht um negative Zuschreibungen und Bewertungen („Da will mich doch jemand verarschen“) dessen, was mir die Ratsuchende Person geschrieben hat, sondern vielmehr darum, dass ich meine Resonanz auf das Geschriebene ganz besonders würdige und be-/hinterfrage.

Das wird eine feste Beschreibung für mich – bis jemand eine bessere bringt!

Kleiner Podcast zum Thema „Vielschreibende Ratsuchende“

Da ich in den letzten Wochen in verschiedenen Supervisionskontexten mit Onlineberater*innen immer wieder mit dem Thema „Wie gehen wir mit Klient*innen um, die viel schreiben“ konfrontiert wurde, habe ich hierzu mal einen kleinen Podcast aufgenommen.

Ein paar Ideen und Anregungen stecken darin, vor allem aber ein paar Impulse zur Selbstreflexion. Vielleicht sind „Vielschreiber*innen“ ja auch richtig tolle Ratsuchende 😉

Viel Spaß beim Zuhören!

Was bringt 2020?

Für mich zunächst einmal ein paar berufliche Veränderungen. Neben der Geschäftsführung im Institut für E-Beratung (die ich ab Januar auf eine halbe Stelle reduziere) und der Tätigkeit als (Online-)Supervisorin und Trainerin für den Themenkomplex „Beratung und Digitalisierung“, werde ich in 2020 auch wieder mehr „offline“ arbeiten.

Ganz konkret bedeutet dies, dass ich freiberuflich als Dozentin für Systemische Beratung & Therapie tätig sein werde, was ich insofern spannend finde, weil es in den Seminaren, die ich übernehme, so gut wie gar nicht um „Digitales“ geht, sondern doch um ganz analoge Beratungsvorgänge. Für mich ist das eine schöne Herausforderung, da es bedeutet, dass ich mich nach vielen Onlineberatungsjahren jetzt wieder einmal ganz bewusst der face-to-face Beratung, bzw. der Vermittlung von Kompetenzen für diese, widme. Aktuell heißt das vor allem: Lesen, lesen, lesen… Ich muss mir wieder ein bisschen Wissen drauf schaffen und auch die Seminare wollen ganz anders konzipiert werden, als bei Onlineberatungsthemen, wo an irgendeiner Stelle dann ein Text und/oder Rechner zum Einsatz kommt.
Ich freue mich total darauf, mit ganz vielen tollen systemischen Kolleg*innen zusammen arbeiten zu dürfen und vor allem erstmal wieder ganz viel zu lernen (als Beisitzerin in den Weiterbildungsdurchgängen bei der WISPO)!

Eigentlich wollte ich in Sachen „Digitale Beratung“ in diesem Jahr auch in die Beratung per Video einsteigen und damit ein bisschen herumexperimentieren. Da ich Ende letzten Jahres aber nicht genügend Zeit hatte, das Ganze vernünftig vorzubereiten, schiebe ich das noch eine bisschen und hoffe im Frühjahr/Frühsommer eine Entscheidung für Software und Konzeption getroffen zu haben. Nach wie vor wird das Format Video relativ wenig genutzt, aber auch hier wird sich in den nächsten Jahres einiges bewegen, wie aktuelle Entwicklungen bei einigen Trägern vermuten lassen.

Aber – und das ist eine für mich ganz interessante Selbsterkenntnis der letzten Wochen – ich merke, dass mein Herzensthema Onlineberatung sich für mich in den letzten ein bis zwei Jahren ganz stark gewandelt hat. Schon etwas davor, als ich angefangen habe, mich intensiver mit Blended Counseling zu befassen, hat dieser Veränderungsprozess begonnen und ich habe deutlich gespürt, dass meine zweite Leidenschaft ganz sicher das „klassische“ face-to-face-Beratungsgespräch ist. Gerade die Verschmelzung/Kombination unterschiedlicher Kommunikationskanäle zur Gestaltung des Gesprächs, aber auch der Einsatz digitaler Tools in der Präsenz-Beratung faszinieren mich immer mehr. Das ist  für mich als eine, die zeitlich gesehen wohl noch zur „Pioniertruppe“ der Onlineberatung gehört, eine gute Entwicklung, weil ich nicht bei der Onlineberatung stehen geblieben bin, sondern die Möglichkeit hatte die Thematik weiter auszudifferenzieren. Und nicht zuletzt hat da das Buzzword „Digitalisierung“ seinen Anteil geleistet, weil es eben um viel mehr als „online zu beraten“ geht.

Was ich gerade lese/lesen werde (ich bekomme von dem Verlag nichts dafür, dass ich die Titel hier poste):

 

Da ich gefühlt den halben Januar im Zug verbringen werde – genug Lesestoff und Zeit! Und vielleicht auch zum Bloggen – ich geb mir Mühe 😉

Das eigene Mediennutzungsverhalten – eine Selbstreflexion

Gerade sitze ich im Zug auf dem Weg nach München. Auf den Ohren die Kopfhörer, um Musik zu hören, das Smartphone am Tisch im Lademodus und der Laptop vor der Nase, um diesen Blogbeitrag zu schreiben.

Tatsächlich entsteht dieser Beitrag, da ich ein wenig ein schlechtes Gewissen habe… Den Blog habe ich in den letzten Monaten zunehmend weniger bespielt, obwohl ich sogar extra vor einiger Zeit die Domain http://www.onlinecoachingblog.net gekauft habe, um auf den ganzen Werbekram hier verzichten zu können.

Ähnliches passiert auf meinem Twitteraccount, den ich eine ganze Weile doch recht intensiv genutzt habe und als eine gewinnbringende Möglichkeit empfunden habe, um kurze Mitteilungen los zu werden, über Themen und Menschen, die mich interessieren informiert zu bleiben und die Community zu nutzen, wenn eine Frage schnell geklärt werden sollte (noch nie hatte ich so schnell fünf mögliche Seminarräume in HH, wie in den 10 Minuten nachdem ich auf twitter nach Empfehlungen gefragt hatte!). Aber auch auf twitter bin ich inzwischen weniger aktiv, lese zwar noch hier und da mit, aber verfolge nicht mehr täglich, was in meiner timeline los ist.

Gestern Abend habe ich dann einen „Creator“-Account bei Instagram eröffnet. Das nächste Social Media Tool, dass ich nun mal teste und nutze. Teil des Problems oder Teil der Lösung? Diese Frage beschäftigt mich gerade und eine Antwort wird wohl erst in den nächsten Wochen entstehen. Gleichwohl frage ich mich, ob ich einfach nach einer Weile das Interesse an der Nutzung dieser Kanäle verliere oder ob es die Folge einer Überforderung durch zu viele Kommunikationskanäle ist. Wo muss und will ich überall dabei sein und worauf kann ich gut verzichten? Wo sind „die Anderen“ und was verpasse ich, wenn ich nicht dabei bin? Und wieviel Zeit will ich mit Social Media verbringen?

Hinter allem steckt natürlich mein berufliches und persönliches Interesse an (digitaler) Kommunikation und dem, was mit den unterschiedlichen Plattformen transportiert werden kann. So erlebe ich es gerade auch als eine ganz neue Herausforderung für Instagram eine Bildsprache zu entwickeln, die Menschen dazu anregt, die Texte zu lesen, die ich unter den Bildern poste. Und ich stelle fest, dass gerade Instagram für mich auch persönlich eine Funktion hat: Es verhält sich wie ein Photoalbum, in dem ich dokumentieren kann, was ich wo gemacht habe – erstmal ohne den Anspruch, dass es jemanden anderen interessieren mag.

Immerhin hat die Hinzunahme eines weiteren Social Media Kanals auch dazu geführt, dass ich mal wieder gebloggt habe 😉 Insofern: Schauen wir mal, was sich daraus in den nächsten Wochen und Monaten ergibt. Und wer mag: Folgen kann man mir auf Instagram natürlich auch (username: emily.m.engelhardt)

Status: Beschäftigt!

Momentan bleibt leider viel zu wenig Zeit, um den Blog hier angemessen zu bespielen. Das bedauere ich auf der einen Seite, auf der anderen Seite sind die Gründe für das Nicht-Schreiben aber spannende Projekte und Aufgaben, die momentan einfach viel Zeit in Anspruch nehmen.

Seit dem Sommer befinde ich mich in der Ausbildung zur Lehrenden Systemischen Beraterin bei der WISPO AG, für die auch als Dozentin und Supervisiorin schon das eine oder andere Seminar übernehme. Eine sehr bereichernde Aufgabe, bei der ich viel Neues lerne, aber auch das, was ich kann, weitergeben darf.

Das Podcasten (siehe hier) ist auch nicht ganz unaufwändig, macht aber riesigen Spaß. Am Freitag veröffentlichen wir unsere 10. Folge – es gab in den letzten Wochen viele spannende Begegnungen und Interviews mit Regenbogenfamilien, Beratungsfachkräften und jungen Menschen aus der LGBTQ+ Community. Die Resonanz, die wir für dieses kleine Projekt bekommen ist überwältigend und treibt und an, weiter zu machen.

Aktuell steht aber das 12. Fachforum Onlineberatung vor der Tür und ich werde nächste Woche (16./17.09.2019) versuchen zumindest per twitter (#ffob2019) aktiv zu sein und im Anschluss hier auch ein bisschen zu dokumentieren.

Auch wenn es hier ein bisschen ruhiger ist…ich freue mich, dass meine Follower nicht weniger geworden sind und hoffe, dass ich in den nächsten Monaten zumindest ab und an wieder ein bisschen mehr Inhaltliches hier veröffentlichen kann.

 

12. Fachforum Onlineberatung – Programm jetzt online

Am 16./17.09.2019 ist es wieder soweit: Zum 12. Mal veranstaltet das Institut für E-Beratung gemeinsam mit der Onlineberatung der Caritas, der BKE Onlineberatung, SEXTRA (pro familia) und der DGOB die größte Tagung zur Onlineberatung im deutschsprachigen Raum.

Unter der Überschrift „Soziale Innovation braucht Onlineberatung“ wird an zwei Tagen in Nürberg in Vorträgen und Workshops diskutiert und genetzwerkt. Weil ich jeden einzelnen Workshop richtig gut und empfehlenswert finde, hier die ganze Themenübersicht:

 Außerdem gibt es in diesem Jahr vor dem Start des Fachforums am Montagmorgen einen „Einsteiger-Workshop“ für Neulinge in der Onlineberatung, der von Petra Risau und Stefan Kühne angeboten wird.

Alle Infos zum Programm, den Referent*innen und das Anmeldeformular findet man unter www.fachforum-onlineberatung.de

Also: Anmelden und dabeisein!! 🙂