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13. Fachforum Onlineberatung

Am 21. und 22. September ist es wieder soweit: Zum 13. Mal veranstalten wir am Institut für die Beratung der Technischen Hochschule Nürnberg das Fachforum Onlineberatung – in diesem Jahr, wegen Corona, komplett als online Tagung!

Und so wird alles etwas anders als sonst und ist für uns alle extra aufregend! Wir hoffen und drücken die Daumen, dass mit der Technik alles klappt und die Teilnehmenden viel aus den zwei Tagen mitnehmen können!

Ich werde in diesem Jahr einen Workshop zum Thema „Lessons Learned – Beratung nach Corona“ anbieten und bin sehr gespannt auf die Erfahrungen und Reflektionen der Teilnehmer*innen!

Kann jetzt jeder Onlineberatung? Podcast-Interview

Es ist schon einige Zeit her, dass mich Hendrik Epe für seinen Ideequadrat Podcast interviewt hat. Das Interview fand im April statt, als die Corona-Pandemie gerade Ihren Höhepunkt erreicht hatte und viele Beratende auf Onlineberatung „umgestiegen“ sind.

Im Podcast sprechen wir über Qualität und Kompetenzen und das, was sich auch in Zukunft in Sachen (Online)Beratung verändern wird und muss.

Hier geht’s zur Podcastfolge (klick)

Corona-Reflexion, Teil 2

Nun sind schon wieder fast 7 Wochen vergangen, seit ich das letzte Mal hier darüber schrieb, was sich bei mir durch die irre Corona-Situation (gibt es irgendein gute Wort dafür!?) getan hat. Zeit mal wieder kurz durchzuschnaufen und zu schauen, was heute ist.

Und eigentlich beschreibt das „durchschnaufen“ schon ganz gut die Situation. Mein Eindruck ist, dass sich die erste hektische Phase des „Wir müssen jetzt unbedingt auch alle online beraten können!“ ein bisschen gelegt hat. Inzwischen gehen natürlich auch einige Einrichtungen schon wieder zurück in die Präsenzberatung und dennoch beschäftigen sich viele noch mit der Frage „Was sollen wir tun, wenn ein zweiter Lockdown kommt?“.

Aus meiner Perspektive ist dies wieder zu kurz gedacht: Nur zu reagieren (und sich ggf. jetzt mal ein bisschen darauf vorzubereiten), weil eine Situation die anderen Möglichkeiten des Arbeitens beschränkt, halte ich weder für die beraterische Arbeit, noch für diejenigen, die auf diese angewiesen sind und/oder sie in Anspruch nehmen möchten für besonders zielführend. Insofern begrüße auch auch die durchaus sehr differenzierten Auseinandersetzungen mit der Situation, die eher langfristige Perspektiven des Beratens in einer digitalen Welt betrachten – ganz unabhängig von Coronaviren und deren Folgen.

Und so höre ich inzwischen auch vermehrt Stimmen, die eher diskutieren möchten, was man aus den letzten Wochen lernen kann, wie man die Erfahrungen nun reflektiert bewerten und daraus Strategien und Konzepte für die Zukunft entwickeln kann. Nicht in erster Linie, um für einen zweiten ‚lock down‘ gewappnet zu sein, sondern vielmehr, um die Dinge auf Spur zu bringen, die ohnehin schon angestanden hätten.

Sorge bereitet mir nach wie vor der Umgang mit Standards und Qualität. Während in vielen Bereich Datenschutz und Beratungsqualität (hinterlegt mit einer entsprechenden Qualifizierung für das eigene Tun) schon immer als ‚das Wichtigste überhaupt!‘ benannt wurden, scheinen im digitalen Raum nun andere Regeln zu gelten – manchmal nämlich: gar keine.

Wir haben die letzte 20 Jahre so vieles für die Qualität von Onlineberatung und entsprechende Standards in diesem Feld getan – hier muss nun gut aufgepasst werden, dass nicht Beliebigkeit und Wildwuchs Überhand gewinnen.

Insofern müssen sich Entscheider*innen in den Organisationen dafür einsetzen, dass Beratungsfachkräfte qualifiziert werden, technologische Voraussetzungen geschaffen werden und Qualitätsstandards diskutiert und umgesetzt werden. Hier muss das Rad nicht neu erfunden werden – es gibt ja schon alles Mögliche hierzu!

Die Beratungsfachgesellschaften müssen sich ebenso positionieren und – auch in ihrem eigenen Interesse – Anforderungen definieren, die von Beratenden zu erfüllen sind. Hierzu gehören Ethikrichtlinien, wie beispielsweise bei der DGSF:

„Bei der medial vermittelten Form der Beratung bedarf es dabei der Aneignung grundlegender Kompetenzen in Bezug auf das genutzte Beratungsmedium sowie einer medienspezifischen fachlichen Auseinandersetzung und Reflexion dieser Beratungsprozesse.“

Und auch wenn ich vollstes Verständnis für die vielen selbständig beratend tätigen Personen habe, denen durch die Beschränkungen der vergangenen Wochen Existenznot droht(e): Auch diese müssen daran interessiert sein, sich entsprechend zu qualifizieren, um die Menschen, die sie begleiten weiterhin fachlich gut zu beraten!

Vieles tut sich: Weiterbildungsinstitute nehmen Onlineberatungs-Fortbildungen in ihr Programm auf, Fachverbände stellen Infos zur Verfügung, Organisationen qualifizieren Mitarbeiter*innen…

Und dennoch gibt es weiterhin viel zu tun. Es wird kein „nach Corona können wir endlich wieder ’normal‘ beraten“ geben – wer das noch denkt hat wirklich nichts kapiert.

Onlinekurs zur „Systemischen Onlineberatung“ bei tandem praxis & institut

Ich bin sehr dankbar, dass mich Jochen Leucht (Leiter tandem praxis & Institut, Freiburg) im Herbst letzten Jahres fragte, ob ich den Onlinekurs von des leider verstorbenen Josef Lang in Systemischer Onlineberatung übernehmen möchte. Josef Lang war einer der Pioniere der Onlineberatung und hatte so auch einen der ersten Qualifizierungskurse entwickelt.

Diesen Kurs durfte ich nun „erben“ und mit einem Update in eine neue Ausbildungsrunde schicken. Wir starten – coronabedingt – so nun auch schon etwas früher, nämlich am 17. August 2020.

Wer Lust hat in einem rein online stattfindenden Kurs eine umfassende Qualifizierung in Onlineberatung zu absolvieren und an einer Ausbildung teilzunehmen, die auch von der Deutschsprachigen Gesellschaft für psychosoziale Onlineberatung (DGOB) e. V. anerkannt ist, findet hier alle Infos zum Kurs:

https://tandem-freiburg.org/programm/1-onlinekurs-zur-qualifizierung-als-systemische-r-onlineberaterin-mit-dgob-anerkennung/ 

Oder hier zum Download

Coronakrise, Homeoffice, Durchbruch der Onlineberatung – eine Zwischenbilanz

Am 10. März hatte ich dies auf meine Instagram-Account gepostet:

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Heute war mein erster von 16 Tagen im #homeoffice Nein nicht wegen #Coronavirus sondern weil unser Institut umgebaut wird. Das ist für mich jetzt erstmal gar nicht so eine neue Erfahrung da ich ohnehin insgesamt mehr als 50% meiner #Erwerbsarbeit (aus angestellter und #freiberuflichkeit ) im homeoffice erledige. Neu ist aber, dass auch mein ganzes Team von Zuhause aus arbeitet und wir unsere gesamte Arbeitszeit so verbringen. Heute habe ich den Arbeitstag mit einer Nachricht an meine Kolleg*innen begonnen: „Schickt mal einen Bild von Eurem Arbeitsplatz“. Das hat tatsächlich #büroatmosphäre erzeugt – ganz virtuell! Im Bild ist mein Arbeitsplatz zu sehen Ich werde das jetzt mal täglich dokumentieren – auch als kleine #Selbstreflexion Wann mache ich was? Und wie gelingt es mit dem Team im Austausch zu bleiben? Es wird eine Mischung aus meinen beiden Jobs in Bildern und Texten. Noch wer hier im Homeoffice? • #systemischeberatung #systemischescoaching #systemischetherapie #onlineberatung #nework #zuhause #zuhausearbeiten #worklifebalance #digitalisierung

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An dem Tag wusste ich noch nicht, dass es weitaus mehr als 16 Tage werden würden, die ich im Homeoffice verbringen würde. Denn eigentlich war nur geplant, für die Zeit des Umbaus bei uns im Institut, in das Homeoffice auszuweichen. Rückblickend war es ein großes Glück, denn ich habe mich zu einer Zeit „Homeoffice-fit“ machen können (also mit LAN-Kabel, Headset, gutem Arbeitsplatz etc.), als noch nicht das ganze Chaos losging und alles mögliche an Hardware bestellt und schnell vergriffen war.

Dann kam der „shut-down“ und die ersten Absagen von geplanten Präsenzveranstaltungen trudelten herein. In wenigen Tagen verlor ich viele wichtige Aufträge, die zunächst ins Ungewisse verschoben wurden oder eben ersatzlos gestrichen wurden.

Gleichzeitig das große Glück: Das was ich tue, wenn ich angestellt und selbständig arbeite ist größtenteils auch online möglich. Mir ist klar, dass dies in der aktuellen Situation ein unglaubliches Privileg ist. Und ich sehe, wie Kolleg*innen, die vollkommen auf die Präsenz angewiesen sind/waren, in massive wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten…

Es hat nicht mal eine Woche gedauert, dann explodierte mein Postfach: Eine Anfrage nach der nächsten, wie denn nun auf Onlineberatung umgesattelt werden könne und was dabei zu beachten wäre. Und auch in der medialen Wahrnehmung ist Onlineberatung plötzlich etwas ganz selbstverständliches. Und Bundesministerin Dr. Giffey weist z. B. explizit auf diese Möglichkeit Beratung in Anspruch zu nehmen hin und die NummergegenKummer erhält zusätzliche Mittel.

Ich stehe dieser ganzen Entwicklung nach wie vor mit ambivalenten Gefühlen gegenüber, was ich auch schon in meinem Blogpost am 14. März 2020 zum Ausdruck gebracht habe. Einerseits finde ich es gut und richtig, wie sich nun alle, die beratend und begleitend tätig sind, mit Onlineberatung zumindest als Option beschäftigen müssen. Andererseits stimmt es mich auch ein wenig traurig, dass es eine solche Notsituation braucht(e), damit nun endlich „alle“ aufwachen und sich bewusst machen, dass wir in einem Zeitalter der digitalen Transformation leben und dies eben auch die psychosoziale Beratung betrifft.

Meine Sorge ist auch nach wie vor, dass die Zeit „nach der Krise“ nicht unbedingt zu einer Verstetigung der jetzt entwickelten Konzepte und Maßnahmen im digitalen Raum führen wird, sondern vielmehr, dass Viele froh darüber sein werden, dass es nun auch wieder „wie gewohnt“ fact-to-face geht. Nicht zuletzt, da es gut möglich ist, dass einige jetzt gar nicht die allerbesten Erfahrungen mit der Onlineberatung machen werden.

Und bitte nicht falsch verstehen: Es ist gut und wichtig, dass es irgendwann auch wieder face-to-face gehen wird, nicht zuletzt weil viele Menschen aktuell exkludiert werden, für die Beratung über digitale Wege nicht geeignet oder realisierbar ist!

Gleichwohl: Ich wünsche mir, dass sich aus dieser Phase – deren Länge wir noch nicht kennen, aber es ist gut denkbar, dass wir noch einige Monate unter starken Einschränkungen Beratung realisieren müssen! – ein konstruktiver fachlicher Diskurs entwickelt, der es uns ermöglicht, Beratung konzeptionell neu zu fassen.

Ich hoffe, dies gelingt und nicht zuletzt empfehle ich derzeit allen, die (jetzt zum ersten Mal) Erfahrungen in der Onlineberatung sammeln, dies gut zu dokumentieren. Vielleicht bleibt jetzt auch an der einen oder anderen Stelle etwas Zeit, um im Team in regelmäßigen Abständen auszuwerten, was sich bewährt und gut funktioniert und wo noch immer blinde Flecken sind.
Aus diesen dokumentierten Erfahrungen lassen sich später dann Bedarfe für Konzeptentwicklung, Fort- und Weiterbildung sowie technische/Hardware-Anschaffungen formulieren.

Ich wünsche allen, die in der Beratung tätig sind, dass sie jetzt die Möglichkeit ergreifen können, an der Weiterentwicklung der digitalen Sozialen Arbeit aktiv mitzuwirken. Denn, wie das Caritasmotto 2019 schon sagte: Sozial braucht digital!

Neue Podcast-Episode: Digitale Wege in der Krise – Wie Beratung und Begleitung jetzt gelingen können

Was können wir aktuell tun, um mit Ratsuchenden und Menschen, die wir begleiten in Kontakt bleiben können?

Ich spreche über ein paar Möglichkeiten, um über digitale Wege und mit Hilfe der Medien, die uns zur Verfügung stehen, mit Hilfesuchenden Menschen in Kontakt und Austausch zu kommen.

Podcastfolge zur Onlineberatung in Zeiten der Krise

Wir leben in bewegten Zeiten. In der Beratung und Sozialen Arbeite passieren vor dem Hintergrund der Coronakrise unglaubliche Entwicklungen. Dinge, die vor zwei Wochen noch als undenkbar galten werden plötzlich zum neuen Standard. Wie geht es weiter? Worauf müssen wir achten? Und was darf jetzt nicht passieren? Darüber spreche ich in dieser Folge!

Hilfreiche Ressourcen rund um die digitale Beratung in Zeiten der Coronakrise

In den letzten zwei Wochen hat sich einiges getan und so wurden inzwischen viele hilfreiche Ressourcen entwickelt und größtenteils öffentlich zur Verfügung gestellt. Ich nenne hier nur ein paar, die aber größtenteils auf weitere Quellen verweisen.

Empfehlungen der Fachgruppe Onlineberatung & Medien zur Onlineberatung in Zeiten der Coronakrise (Engelhardt & Wenzel):

https://www.dgsf.org/ueber-uns/gruppen/fachgruppen/online-beratung/onlineberatung-in-zeiten-der-coronakrise

Handlungsempfehlungen zur kurzfristigen Umsetzung von Onlineberatung in Zeiten der Coronakrise (Reindl & Engelhardt):

https://www.e-beratungsinstitut.de/wordpress/wp-content/uploads/2020/03/IEB_1012_INFO_Onlineberatung_Corona_public.pdf   

Handreichung zur Krisenberatung am Telefon und per Video (Wenzel/Jaschke/Engelhardt)

https://www.e-beratungsjournal.net/wp-content/uploads/2020/04/wenzel_et_al.pdf  

Empfehlungen und FAQ für Fachkräfte in den Frühen Hilfen (Sammlung zu verschiedenen Themen):

https://www.fruehehilfen.de/service/antworten-auf-praxisfragen/corona-zeiten-empfehlungen-und-faq-fuer-fachkraefte-in-den-fruehen-hilfen/

Empfehlungen von der Deutschen Gesellschaft für Psychologie zur Durchführung von videobasierter Psychotherapie:

https://lppkjp.de/wp-content/uploads/2020/03/EmpfehlungenVideobasierte-Psychotherapie_DGPs_IG-E-Health_20200326.pdf  

Artikel Kühne/Hintenberger Zur Onlineberatung und -therapie in Zeiten der Krise (e-beratungsjournal.net):

https://www.e-beratungsjournal.net/wp-content/uploads/2020/03/kuehne_hintenberger.pdf  

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Neue Podcast-Episode zum Thema „Was ist Mailberatung?“

Heute gibt es eine neue Podcastfolge zum Thema „Was ist Mailberatung?“ Was genau ist Onlineberatung per Mail und worauf muss man vor allem technisch achten? Es geht um die Besonderheiten dieser Form der Onlineberatungs-Kommunikation und die Achtsamkeit des Wortes – online wie offline.

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