Das ist mehr als Unterricht über’s Netz…

…was die Web-Individualschule  aus Bochum da macht. Gestern las ich diesen wirklich spannenden Artikel über die Arbeit dieser besonderen Schule auf Süddeutsche Online und muss seitdem darüber nachdenken, was wir für’s Coaching und Beraten daraus lernen können.

Besonders gut gefällt mir der Satz, den man auf der Startseite der Web-Schule lesen kann:

„Wir sprechen nicht nur die Sprache der Eltern, wir sprechen auch die der Schüler.“

An dieser Schule werden Kinder unterrichtet, die aus den unterschiedlichensten Gründen nicht die Regelschule vor Ort besuchen können oder wollen. Gäbe es dieses Angebot für sie nicht, würden sie wohl einfach zu Hause bleiben und den Schulbesuch verweigern oder unter größtem Leidensdruck in der Schule erscheinen, aber vermutlich wenig aus dem Unterricht mitnehmen.

Hier sehe ich eine Parallele für die Beratung: Mit internetgestützten Beratungsformaten ermöglichen wir es auch Menschen Unterstützung in Anspruch zu nehmen, die ein konventionelles Angebot nicht aufsuchen würden. Im sozialen Beratungsbereich ist dies inzwischen angekommen und wird auch als eines der Hauptargumente für ein Onlineberatungsangebot herangeführt.

Wenn es uns hier gelingt „die Sprache der Klient/innen“ zu sprechen – bzw. es müsste vielmehr „zu schreiben“ heißen – schaffen wir einen echten Mehrwert für die Menschen, die sonst nicht erreichbar wären.

In Hinblick auf die im Artikel der Süddeutschen genannten Beispiele stellt sich mir noch die Frage, welche Angebote neben den reinen Lernangeboten den Schüler/innen gemacht werden, um nach Abschalten des Laptop auch wieder den Zugang zu „realen Welt“ zu finden. Ein internetgestütztes Beratungsangebot hier anzuschließen, könnte eine wertvolle Ergänzung sein, die diesen Übergang ermöglicht.